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Blumenau rechnet nach Jahrhunderthochwasser mit mehrjährigem Wiederaufbau

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Datum: 29. November 2008
Uhrzeit: 15:38 Uhr
Ressorts: Tourismus
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der Bürgermeister von Blumenau, João Paulo Kleinübing, rechnet nach der verheerenden Überschwemmung der letzten Tage mit einem mehrjährigen Wiederaufbau. Mindestens zwei Jahre werde es dauern, bis zumindest die Infrastruktur der Stadt wiederhergestellt sei. Seiner Aussage nach sind mindestens 12 Brücken und Übergänge in der Region schwer beschädigt. Zudem seien Schulen komplett zerstört und Medizinposten durch Erdrutsche verschüttet worden. Viele Strassen müssen zudem komplett neu asphaltiert, Strommasten und Ampeln erneut werden.

Blumenau kann diese Aufgaben jedoch laut Kleinübing keinesfalls alleine bewerkstelligen. Hier sei die Hilfe Dritter, wie dem Bundesstaat Santa Catarina oder der Regierung in Brasília unbedingt notwendig. „Die Stadt hat mit ihrem Haushalt nicht die Möglichkeit, in kurzer Zeit das wieder herzustellen, was überJahre hinweg aufgebaut worden ist“ so der Bürgermeister wörtlich. Viele Familien haben nach dem Jahrhunderthochwasser in der 300.000 Einwohner zählenden Stadt alles verloren. Neben dem städtischen Wiederaufbau ist dies eine der grössten Sorgen des Bürgermeisters.

Neben den zu erwartenden Kosten kommt auch ein immenser wirtschaftlicher Schaden auf die von deutschen Einwanderen gegründete Stadt zu. Viele Industriezweige stehen nach den Überflutungen still, der Warenverkehr kam durch unterbrochene Strassenverbindungen zum Erliegen, Betriebe können wegen fehlender Strom-, Gas- oder Wasserversorung die Produktion nicht wieder aufnehmen. Und auch der Tourismus wird in den kommenden Monaten massiv unter der Naturkatastrophe zu leiden haben.

Einige Hotels und Pensionen müssen komplett neu aufgebaut werden, doch selbst wenn Besucher kämen, in der Region kann derzeit kaum etwas unternommen werden. Über Monate werden die beliebten Wanderwege unpassierbar sein, das auf „historisch“ getrimmte Stadtzentrum gleicht derzeit mehr einem Kriegsschauplatz als einer idyllischen deutschen Kolonie, wo man im Glanz der Fachwerkhäuser leckere Sahnetorte geniessen kann. Viele Bewohner stehen noch unter Schock, suchen im Schlamm nach ihren Habseligkeiten. Bezeichnend auch der Kommentar eines Anwohners im bekannten Brasilienfreunde-Forum:

[..] nur in meiner strasse ist eine omi von 74 jahren an herzinfarkt gestorben als ihr haus unter schlammmassen begraben wurde und zwei jungen – 9 und 14 jahre – hat der bergrutsch verschluckt. sie blieben wenigstens 2 tage dort im schlamm liegen weil es zu gefährlich war sie dort zu bergen. da wo vorher häuser standen ist jetzt nichts mehr. nicht einmal mehr der grund und boden wo die häuser standen. denkt euch rein, wenn hier alles vorbei ist, hast du eine escritura auf deinen namen aber das land ist nicht mehr vorhanden. [..]

Bislang ist daher auch noch nicht gesichert, ob im kommenden Jahr überhaupt das Oktoberfest stattfinden wird. Zu der weltweit bekannten Veranstaltung kommen während den drei Wochen im Oktober regelmässig über eine halbe Million Besucher, um sich bei deutscher Volksmusik und alter Trachten bei Strassenumzügen oder im Festzelt den deutschen Traditionen zu erfreuen. Der Wille ist zur erneuten Ausrichtung der Megaveranstaltung ist jedoch da.

Kleinübing ist sich zudem sicher, dass die Katastrophe keinesfalls den Tourismus prinzipiell gefährdet. „Ich glaube nicht, dass die Menschen aufgrund der Flutkastastrophe nicht mehr nach Blumenau kommen. Ich denke vielmehr, die Menschen werden hierher kommen, auch um uns bei diesem Wiederaufbau zu helfen.“

24 Menschen fielen bislang in Blumenau den Überschwemmungen und Erdrutschen zum Opfer. Für ganz Santa Catarina wurde die Zahl am Samstagnachmittag mit 109 angegeben. Der Zivilschutz hat mittlerweile eine Liste mit den Namen der Opfer der Naturkatastrophe veröffentlicht.

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  • Vermutlich mehr als 100 Tote nach Regenfällen in Santa Catarina
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