Organisiertes Verbrechen Brasiliens professionalisiert sich: Mordrate sinkt

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Die Mordrate ist in Brasilien im vergangenen Jahr deutlich gesunken (Foto: Pixabay)
Datum: 25. Februar 2022
Uhrzeit: 16:48 Uhr
Ressorts: Panorama
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Die Zahl der Morde in Brasilien ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 um sieben Prozent gesunken. Dazu beigetragen hat unter anderem das organisierte Verbrechen selbst. Das hat sich besser organisiert und professionalisiert, so die Spezialisten des Bereiches öffentlicher Sicherheit. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Mordrate Brasiliens indes nach wie vor hoch. 41.069 Menschen haben in Brasilien 2021 ihr Leben auf gewaltsame Weise verloren.

Seit 2018 nimmt in Brasilien die Zahl der Todesopfer durch Mord und Totschlag laut den offiziellen Daten ab. Die Forscher des Zentrums für Gewaltforschung der Universität São Paulo (NEV-USP) und des Brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit machen dafür mehrere Faktoren verantwortlich. Sie führen die Professionalisierung des brasilianischen Drogenmarkts auf, eine größere Kontrolle über die Kriminellen, weniger Konflikte zwischen kriminellen Fraktionen, Programme einzelner Bundesstaaten zur öffentlichen Sicherheit und Sozialpolitik und ebenso die Verringerung der Anzahl junger Menschen in der Bevölkerungspyramide, die eine Großzahl der Mordopfer stellt.

Laut den Spezialisten haben die verschiedenen Gruppen des organisierten Verbrechens Arrangements getroffen, Regeln aufgestellt und ein Netzwerk von Partnern aufgebaut, um so für einen lukrativeren Drogenmarkt zu sorgen. Mit weniger Machtkämpfen der Gruppen gibt es weniger Todesopfer, so die Experten. Die kriminellen Gruppen werden zudem auch von Gefängnisinsassen geleitet. Die werden jedoch durch die Zusammenarbeit diverser staatlicher Einrichtungen mittlerweile stärker kontrolliert.

Während in der Großzahl der brasilianischen Bundesstaaten ein Rückgang der Mordopfer registriert worden ist, sind vor allem in der Amazonas-Region Brasiliens Anstiege verzeichnet worden. Bruno Paes Manso vom Zentrum für Gewaltforschung stellt dazu eine Verbindung zu den gestiegenen Kahlschlägen im Amazona-Regenwald her. Das neue Kapital aus dem Drogenmarkt wird in lukrative, illegale Geschäfte wie den Holzeinschlag und Bergbau investiert, so Paes Manso. Gleichzeitig haben zudem die Kontrollen durch die Umweltbehörden in der Region abgenommen.

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