Yanomami-Indios seit 10 Tagen unter Beschuss von illegalen Goldgräbern – Regierung sieht zu

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Illegale Goldgräber sind eine zunehmende Gefahr für die im Regenwald lebenden Ureinwohner (Foto: Ibama)
Datum: 22. Mai 2021
Uhrzeit: 07:37 Uhr
Ressorts: Panorama
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Seit mehr als zehn Tagen terrorisieren illegale Goldgräber die Bewohner des Yanomami-Dorfes Palimiú. Berichtet wird von beinahe täglichen Beschüssen. Die finden auch nachts statt. Während Yanomami-Indios und verschiedene Organisationen ein sofortiges Eingreifen fordern, hält sich der Staat bedeckt.

Nach einem Gerichtsbeschluss vom 13. Mai müsste die Union Streitkräfte entsenden, um die Indios vor den Attacken der illegalen Goldgräber zu beschützen. Bis Donnerstagvormittag (20.) ist dies laut Berichten verschiedener Indio-Vereinigungen nicht geschehen. Offiziell hieß es bisher, dass für eine Entsendung der Streitkräfte auf bessere Wetterbedingungen gewartet werde.

Währenddessen versammeln sich die kriminellen Goldgräber immer wieder, um von Schnellbooten aus auf die Bewohner des Indio-Dorfes zu schießen. In der Nacht vom Mittwoch (19.) sollen sie versucht haben, in das Dorf einzudringen, sind aber von den von den Indios aufgestellten Wächtern davon abgehalten worden. Berichtet wird ebenso von einer Tränengasbombe in der Nacht vom Sonntag (16.).

Von der Polizei wird bestätigt, dass die Goldgräber schwer bewaffnet sind, während sich die Indios lediglich mit einigen Schrotflinten und Pfeilen zur Wehr setzen können. Geschossen wurde auch auf einige Bundespolizisten, die sich am Montag (11.) ein Bild von der Lage in dem Indio-Dorf machen wollten.

Im Indio-Territorium Yanomami leben etwa 27.000 Indios sowie mehrere unkontaktierte und isoliert lebende Völker. Die Zahl der in dem Gebiet illegal tätigen Goldgräber wird auf über 20.000 geschätzt. Sie zerstören mit ihren Aktivitäten nicht nur den Amazonas-Regenwald, sondern verschmutzen auch die Flüsse und verbreiten Malaria und ebenso den Coronavirus unter den Indios.

„Es ist ein trostloses Szenario it organisierter Kriminalität, Todesfällen von Kindern, Malaria-Ausbrüchen, Covid-19, Kontamination der Flüsse, Ernährungsunsicherheit und mangelnder medizinischer Hilfe. Als ob das nicht genug wäre, wird die Gewalt immer intensiver, was uns die Möglichkeit eines bevorstehenden Massakers befürchten lässt“, beschreibt Sonia Guajajara vom Indio-Dachverband Apib die Situation.

Eine Entfernung der Invasoren von Indio-Territorien wird seit Jahren gefordert. Stattdessen versucht die Regierung Jair Bolsonaros den Bergbau auch in Indio-Territorien zu legalisieren.

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