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Zelayas heimliche Rückkehr: Honduras Machthaber fordern von Brasilien Auslieferung

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Datum: 21. September 2009
Uhrzeit: 22:04 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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zelayaZwischen Honduras und Brasilien bahnt sich eine diplomatische Krise an. Am Montagabend forderten die Machthaber in Tegucigalpa die brasilianische Regierung auf, unverzüglich den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya an die zuständigen Behörden auszuliefern, damit dieser in Honduras vor Gericht gestellt werden kann. Zelaya war kurz zuvor überraschend in sein Heimatland zurückgekehrt und hatte die Räumlichkeiten der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt des zentralamerikanischen Landes aufgesucht, wo er sich für unbestimmte Zeit aufhalten will.

„Ich appelliere an die brasilianische Regierung, die gerichtlichen Anweisungen gegen Herrn Zelaya zu respektieren und ihn den zuständigen Autoritäten in Honduras zu übergeben“ erklärte der honduranische Interimspräsident Robert Micheletti gegenüber örtlichen Medien. Zudem wies er darauf hin, dass Brasilien durch eine Bewilligung des Verbleibs in der Botschaft für jegliche Gewalt in der Nähe des Geländes verantwortlich sei. Vor dem Gebäude demonstrierten am Abend tausende Zelaya-Anhänger für die Wiedereinsetzung ihres demokratisch gewählten Präsidenten. Die Putschregierung regierte auf die überraschende Rückkehr umgehend mit Versammlungsverboten und Ausgangssperren. Damit soll nach Aussage der neuen Machthaber „die Ruhe, das Leben und der Besitz der Menschen geschützt“ werden.

Zelaya hatte es am Montag geschafft, unerkannt und heimlich nach Honduras zurück zu kehren und bis die Hauptstadt Tegucigalpa vorzudringen. Dort suchte er die brasilianische Botschaft auf. Begleitet wurde der am 28. Juni in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gestürzte und von Militäreinheiten nach Costa Rica abgeschobene Präsident von mehreren Beratern und seiner Frau Xiomara Castro. Er zeigte sich mehrfach am Fenster der Räumlichkeiten seinen Anhängern und bat nach lokalen TV-Berichten die jubelnde Menge, unbedingt Ruhe zu bewahren.

Brasiliens Aussenmister Celso Amorim, der sich momentan bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York (USA) aufhält, bestätigte mittlerweile einen Kontakt mit dem gestürzten honduranischen Präsidenten und zudem die Anwesenheit Zelayas in der Botschaft. Er dementierte jedoch jegliche Beihilfe bei Plänen oder der Rückkehr Zelayas nach Honduras. Zelaya sei „aus eigenem Antrieb und friedlich“ zur Botschaft nach Tegucigalpa gekommen und selbstverständlich dort auch empfangen worden, da für er für die brasilianische Regierung der einzige legitime Präsident von Honduras sei. Laut Amorim ist die Rückkehr des Präsidenten „ein neuer Schritt“ bei den Verhandlungen. Nun biete sich eine Chance, die politische Krise des Landes zu beenden. Brasilien wünsche sich eine „schnelle und friedliche Lösung“ der Situation.


(englischer Teil der Presseerklärung ab 3:20 min, 9:16 min, 20:15 min)

Am Abend meldete sich Manuel Zelaya auch im brasilianischen Fernsehen zu Wort. In einem landesweit ausgestrahlten Telefoninterview auf dem Sender TV Brasil zeigte er sich erschöpft von den Strapazen der letzten Tage. 15 Stunden sei er bis in die Hauptstadt unterwegs gewesen, mehrere Transportmittel habe er benutzt, teils sei er zu Fuss gelaufen, unzählige Strassensperren des Militärs mussten passiert werden.

Nun wolle er nach 86 Tagen im Exil endlich einen Dialog anstossen, erklärte Zelaya weiter. Er sei erst am Nachmittag in der Botschaft angekommen und daher sei es auch noch zu früh darüber zu sprechen, wann er diese wieder verlasse, beantwortete er zudem eine Frage nach seinen weiteren Plänen nach der Rückkehr. Der gestürzte Präsident bedankte sich auch noch einmal eindrücklich bei der brasilianischen Regierung, ihm trotz der Gefahr von Protesten Einlass in die Botschaft gewährt zu haben. „Ich möchte Präsident Lula, Aussenminister [Celso] Amorim und [Präsidentenberater] Marco Aurélio Garcia danken, welche die Türen für einen Dialog geöffnet haben. Denn der Kampf für Demokratie in Honduras dient Lateinamerika und dem Kontinent.“

Foto: ABr

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