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Brasilien: Bischof Cappio nach Hungerstreik auf Intensivstation

Datum: 19. Dezember 2007
Uhrzeit: 22:28 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der brasilianische Bischof Dom Luiz Flávio Cappio, der sich seit 23 Tagen im Hungerstreik befindet, wurde am Mittwochabend ins Krankenhaus von Petrolina im Bundesstaat Pernambuco eingeliefert. Nach Medienberichten in Brasilien wurde er auf der Intensivstation interniert.

Cappio hatte am Nachmittag einen Schwächeanfall erlitten, nachdem er das Urteil des obersten brasilianischen Gerichtshofes mitgeteilt bekommen hatte. Dieser hatte verfügt, dass die Bauarbeiten zur Umleitung des Flusses São Francisco wie geplant fortgeführt werden dürfen.

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Bischof Cappio bei der Einlieferung ins Krankenhaus (Foto: Fernando Vivas)

Laut einem ersten medizinischen Bericht sei der Geistliche in „halb bewusstlosem und sehr schlechten Zustand“ und musste dringend ins Krankenhaus eingewiesen werden, um „mögliche Dauerschäden zu verhindern“. Die Einlieferung wurde von dem Mediziner Klaus Finkam veranlasst, der den 62-jährigen bereits länger begleitet und bei der Ohnmacht des Bischofs anwesend war.

Nach Angaben von Angehörigen sowie der Kirchengemeinde habe Cappio seinen Hungerstreik auch nach der Einlieferung ins Krankenhaus nicht abgebrochen. Dies widerspricht jedoch den Aussagen von Finkam, der zuvor den Hungerstreik für beendet erklärt hatte. Ob der Bischof derzeit intravenös ernährt wird, ist nicht bekannt.

Cappio protestiert mit seinem Hungerstreik zum zweiten Mal nach 2005 gegen die geplante Umleitung des Flusses São Francisco in die Trockenregionen im Nordosten Brasiliens. Schon seit Tagen litt der Geistliche unter niedrigem Blutdruck und einer instabilen physischen Verfassung. Seit Beginn des Hungerstreiks hat er 8 Kilogramm abgenommen und wiegt derzeit 63.5 Kilogramm.

Die Flussumleitung ist ein altes Projekt, welches nun die Regierung unter Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva verwirklichen will. Von den gigantischen Investitionen sollen 12 Millionen Menschen profitieren und dauerhaft mit Trinkwasser versorgt werden. Kritiker werfen der Regierung vor, dass lediglich Grossgrundbesitzer Nutzniesser sein werden und die Bevölkerung leer ausgeht. Die Bauarbeiten hatten im Juni dieses Jahres unter Einsatz des Militärs begonnen.

Letzte Aktualisierung: Donnerstag, 20.12.2007 – 05:50 Uhr MEZ

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