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Einweihung von Fernsprecher skurriler Wahlkampfauftakt in Brasilien

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Datum: 15. März 2012
Uhrzeit: 20:59 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Mit der Einweihung eines öffentlichen Fernsprechers im Hinterland des Bundesstaates Ceará ist in Brasilien zumindest nach Meinung der Internetuser der Wahlkampf 2012 eingeläutet worden. Ein entsprechendes Foto eines hübsch geschmückten „Orelhão“ (grosses Ohr) – umrahmt von den lokalen Politgrössen – zirkuliert seit Tagen im weltweiten Datennetz und wird wie wild über Twitter, Facebook verteilt und zuhauf in Weblogs verewigt.

Im Oktober dieses Jahres finden im größten Land Südamerikas die mit Spannung erwarteten Kommunalwahlen statt. Und da ist es nicht verwunderlich, dass die jetzigen Mandatsträger im Vorfeld so oft wie möglich auf sich Aufmerksam machen wollen. Schließlich gilt es wieder einen Platz im Stadt- oder Gemeinderat zu ergattern. Und da ist jede noch so kleine postive Publicity wichtig.

Als Mitte Februar im 20.000-Seelen-Kaff Caririaçu also endlich die Telefonkabine einbetoniert war und das Freizeichen ertönte, eilten Bürgermeister, stellvertretender Bürgermeister, der Vorsitzende des Stadtrats und drei Abgeordnete an den Ort des Geschehens. Die Lokalpresse war selbstverständlich zugegen und hielt das Ereignis, in dem die sechs den mit Luftballons geschmückten Fernsprecher umrahmten, digital fest. Der Reporter kam auch nicht umhin, die Wichtigkeit dieser Errungenschaft im Stadtteil Sitio Cruz zu betonen. Die einfache Bevölkerung habe dort zwar ein sehr gut ausgebautes Handynetz, ein öffentliches Telefon erleichtere jedoch den Menschen den Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsversorgung.

Ob dies jedoch bereits tatsächlich versteckter Wahlkampf war, bleibt (noch) unbeantwortet. Der Präfekt, sein Vize und ein Mitglied des Stadtrats sind jedoch schon an anderer Stelle über das erlaubte Ziel geschossen. Ende Februar wurden die Drei aufgrund unerlaubter Wahlwerbung bei einer anderen Veranstaltung von der Wahlbehörde zu Geldstrafen zwischen umgerechnet 2.200 und 3.000 Euro verurteilt. Hier hatten sie nach Meinung der Opposition, die entsprechend Anzeige erstattet hatte, in einer Rede „ihre Errungenschaften“ zu sehr hervorgehoben.

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