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Brasilien: Missbrauchte Neunjährige darf Zwillinge abtreiben

Datum: 28. Februar 2009
Uhrzeit: 23:40 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Missbrauchsopfer: Neun Jahre und mit Zwillingen schwanger (Foto: Divulgação/AE)

Das neunjährige Mädchen, welches in Brasilien jahrelang von ihrem Stiefvater missbraucht wurde und nun mit Zwillingen im 4. Monat schwanger ist, wird die Schwangerschaft unterbrechen. Dies gab das zuständige Instituto Materno Infantil Professor Fernando Figueira (Imip) in Recife im Bundesstaat Pernambuco bekannt. In der Mutter-Kind-Einrichtung wird das junge Mädchen derzeit intensiv medizinisch und psychologisch betreut. Laut den behandelnden Ärzten besteht bei der Zwillingsschwangerschaft ein extremes gesundheitliches Risiko für das Kind. Dies rechtfertige somit eine Schwangerschaftsunterbrechung, die ansonsten nach brasilianischem Recht strikt verboten ist. Die Familie des Mädchens hat dem Eingriff zugestimmt.

Wie das medizinische Institut ebenfalls am heutigen Samstag mitteilte, sei bei der Neunjährigen eine weitere Ultraschalluntersuchung vorgenommen worden. Das Mädchen sei mit Zwillingen in der 15. Woche schwanger. Alle notwendigen Unterlagen für eine richterliche Genehmigung der Schwangerschaftsunterbrechung aufgrund von Vergewaltigung wurden inzwischen eingereicht, allerdings sei derzeit unklar, ob überhaupt eine solche Anordnung notwendig sei. Vermutliche reiche die medizinische Indikation aus, um den Eingriff legal vornehmen zu können.

Abtreibungen sind in Brasilien strengstens verboten. Das Gesetz sieht jedoch zwei Ausnahmeregelungen vor. Zum einen, wenn eine Vergewaltigung vorliegt oder wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Bis zur 20. Schwangerschaftswoche darf dann die Schwangerschaft legal unterbrochen werden. In Fällen von Vergewaltigung ist jedoch – vor allem um Missbrauch vorzubeugen – ein richterlicher Beschluss notwendig. Bei Gesundheitsgefahr einer Schwangeren jeden Alters genügt jedoch eine Genehmigung seitens des Gesundheitsministeriums.

Und die „Gefahr für Leib und Leben“ des Mädchens ist laut dem Gynäkologen José Severiano Cavalcanti, der bei der Neunjährigen die Schwangerschaft feststellte, auf jeden Fall gegeben. Das Mädchen sei gerade einmal 1,30m gross und zudem dünn mit Neigung zu Untergewicht und daher sehr zerbrechlich. Zudem sei das Becken noch überhaupt nicht entwickelt, um eine Zwillingsschwangerschaft zu tragen. Auch seien weder Brüste noch Schamhaare vorhanden, begründet er die Notwendigkeit einer sofortigen Abtreibung.

Ältere Schwester ebenfalls jahrelang vergewaltigt

Die Schwangerschaft des Kindes wurde erst vor wenigen Tagen bei einem Arztbesuch festgestellt. Das Mädchen hatte zuvor über Bauchschmerzen geklagt. Die Mutter soll von dem jahrelangen sexuellen Missbrauch nichts gewusst haben. Erst bei oder nach dem Arztbesuch hätte sich die Tochter ihr anvertraut, worauf die 39-jährige die Polizei informierte.

Nach Aussage der Polizei wurde das Kind seit mindestens drei Jahren von dem arbeitslosen Mann regelmässig sexuell missbraucht. Bei seiner Aussage habe der 23-jährige behauptet, niemals die jüngere Stieftochter penetriert zu haben, allerdings habe er auf deren Körper ejakuliert. Auch die zweite mittlerweile 14 Jahre alte und körperbehinderte Stieftocher soll er jahrelang vergewaltigt haben. Diese musste demnach schon unter dem ständigen sexuellen Missbrauch leiden, bevor er sich erstmalig an ihrer kleinen Schwester verging. Beide Mädchen haben derzeit Entzündungen im Genitalbereich, wie bei durchgeführten Untersuchungen der Gerichtsmedizin nun festgestellt wurde.

Wie das Mädchen gegenüber der Polizei aussagte, habe der Stiefvater gedroht, ihr „den Hals durchzuschneiden“, wenn sie das „Geheimnis“ der Mutter verrate. Auch seien die Vergewaltigung ausschliesslich geschehen, wenn die Mutter ausser Haus war. 1 Real (ca. 35 Eurocent) habe sie je Missbrauch erhalten. Die Mutter betonte, ihrem Lebensgefährten stets vertraut zu haben, dass dieser auf die Kinder in ihrer Abwesenheit aufpasst. Sie habe ihn als fürsorglich eingeschätzt. Der Mann lebte seit 2005 bei der Familie.

Nach seiner Aussage wurde er am Samstag aus Sicherheitsgründen von der lokalen Polizeidienststelle in das örtliche Gefängnis verlegt. Die aufgebrachte Bevölkerung des kleines Ortes im von Landwirtschaft geprägtem Nordosten Brasiliens hätte vermutlich die Polizeistation gestürmt und den Verdächtigen gelyncht, wie ein Mitarbeiter der Polizei offen zugab.

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