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Brasilianischer Journalistenverband beklagt massive Übergriffe auf Pressevertreter

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Journalisten leben auch in Brasilien gefährlich. Immer wieder kommt es zu Übergriffen durch Sicherheitskräfte (Foto: Fábio Braga/Folhapress)
Datum: 27. Januar 2015
Uhrzeit: 13:07 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
Leserecho: 0 Kommentare

In ihrem jüngst veröffentlichten Bericht verzeichnet die brasilianische Vereinigung der Journalisten (Fenaj) für das Jahr 2014 insgesamt 129 gewaltsame Übergriffe gegenüber Pressevertretern. Darin enthalten sind drei gewaltsame Todesfälle. Die meisten der Gewalttätigkeiten wurden bei den Demonstrationen in Rio de Janeiro und São Paulo registriert. Angeprangert wird von dem Verband eine Verletzung des Rechts auf die Presse- und die Meinungsfreiheit.

Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu 2013 (181 Fälle) abgenommen haben, sieht der Verband keinen Grund zur Entwarnung. Nach dem vorgelegten Dokument werden Journalisten immer wieder bedroht, eingeschüchtert und auch verletzt. Über 50 Prozent der Übergriffe haben sich bei den Demonstrationen gegen die Fußball-Weltmeisterschaft ereignet und wurden vor allem durch Polizisten und Sicherheitskräfte ausgeübt. Aber auch Politiker, deren Hilfskräfte und Bürger werden in dem Bericht als Verantwortliche einiger der Gewaltfälle gegenüber den Pressevertretern benannt.

Schockierend sind die Todesfälle. Anfang Februar 2014 kam der Kameramann Santiago Andrade ums Leben, als er beim Filmen der Proteste in Rio de Janeiro von einem Feuerwerkskörper zweier Demonstranten getroffen wurde. In zwei anderen Städten wurden die Journalisten Pedro Palma und Geolino Lopes Xavier rücklings erschossen. Die Rede ist von Auftragsmorden. Die Täter wurden bis heute nicht ermittelt.

Die Formen der Übergriffe sind vielfältig. Von den 129 betroffenen Journalisten erlitten 13 Prozent physische Aggressionen, acht Prozent wurden bedroht und eingeschüchtert. Beschimpfungen, die Hinderung an der Arbeit und gerichtliche Prozesse sind weitere Formen, die Pressefreiheit einzuschränken, wie es in dem Bericht heißt.

Um Veränderungen zu erreichen fordert der Journalistenverband vor allem einer strikte Aufklärung der Fälle, was bisher kaum der Fall ist. Darüber hinaus setzt er sich für eine nationale Konferenz zur Kommunikation sowie für ein gesetzliches Regelwerk ein.

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