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Mehr Satelliten sollen Brasiliens Breitbandangebot verbessern

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Datum: 24. Januar 2014
Uhrzeit: 14:08 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien
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Brasilien will bis 2018 zu den 72 Satelliten, die bereits über dem südamerikanischen Land kreisen, weitere sechs in den Orbit schicken. Mit ihnen soll vor allem der Datenaustausch über das Breitband (banda larga) garantiert werden. Die Aufsichtsbehörde für Telekommunikation (Anatel) hat zudem angekündigt, weitere vier Orbitpositionen für Satelliten öffentlich auszuschreiben. Denn bisher führt die Breitbandtechnologie via Satellit in Brasilien eher ein stiefkindliches Dasein, während die Zahl der Personen, die das mobile Banda-Larga-System benutzen, rapide steigt.

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Smartphone und Tablets oder Netbooks gehören auch in Brasilien längst zum Alltag. Sei es im Supermarkt, an der Bushaltestelle oder im Park: das Internet ist überall parat. Mal werden schnell die Emails abgerufen, mal getwittert oder ein Bild auf das Facebook gestellt. Allein in den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl derjenigen, die sich mit dem Web per Smartphone oder Tablets verbinden, verfünffacht. 95 Prozent der neuen Internetanschlüsse gingen im vergangenen Jahr auf das Konto des mobilen Breitbandes.

Während das Breitbandsystem längst zum Renner geworden ist, fehlen Brasilien indes eigene Satelliten, die für diese Technik ausgestattet sind. Die meisten der 72 über Brasilien kreisenden Satelliten gehören ausländischen Unternehmen und decken lediglich kleine Nischen des Marktes ab. Die Zahl der brasilianischen Satelliten ist hingegen gering. Dazu kommt, dass sie mit einer Technik ausgestattet sind, die auf dem C-Band und dem Ku-Band basiert. Diese wird jedoch vor allem für die Übertragung von Fernsehsignalen benutzt.

Zehnmal schneller als die C- und Ku-Band Satelliten ist das Ka-Band. Brasilien besitzt bisher jedoch lediglich einen einzigen Satelliten, der mit Ka-Band ausgestattet ist. Telefonieren oder surfen via Satelliten ist deshalb teuer. Durchschnittlich kosten mit dem Ka-Band 1 bis 18 Mbps (Megabyte pro Sekunde) weltweit zwischen 30 und 740 Dollar im Monat. In Brasilien sieht das anders aus. Wer das Breitband via Ku-Satelliten benutzen will, zahlt für schlappe 256 Kbps bis zu maximal drei Mbps satte 250 bis 1750 Dollar im Monat.

Um das zu ändern, sind neue Satelliten mit der Ka-Technologie unerlässlich. In einem riesigen Land wie Brasilien bietet die Breitbandtechnologie via Satellit aber noch einen wichtigen Vorteil. Mit ihr ließe sich tatsächlich flächendeckend ein schneller Internetzugang anzubieten. Gibt es doch vor allem in den weitflächigen ländlichen Gebieten des Landes bisher kaum Festnetzanschlüsse oder stabile Handynetze, über die ein Zugang zum weltweiten Web möglich wäre. Neben den ländlichen Regionen oder den Siedlungen im Amazonasgebiet würden von den Ka-Band-Satelliten aber auch die Stadtrandbereiche der Metropolen profitieren. Häufig ist dort angesichts der Langsamkeit des Internetzuganges viel Geduld gefordert. Mit modernerer Satellitentechnik wäre jedoch eine Geschwindigkeit von bis zu 10 Mbps möglich.

Die brasilianische Telekommunikationsbehörde hat die Notwendigkeit einer Aufrüstung längst erkannt. Allein bis 2018 sollen sechs neue Satelliten in den Orbit über Brasilien gebracht werden. Sie alle werden mit dem Transponder des Ka-Bandes ausgestattet sein und das gesamte Landesgebiet abdecken. Die Star One, Nachkomme des staatlichen Unternehmens Embratel, wird die Satelliten D1 und D2 lancieren, die Firma Hispasat den Amazonas 4 und das Unternehmen Telebras den SGDC. Zwei weitere Satelliten sind von den Firmen Etelsat und Hughes. Dazu kommt noch der Satellit O3b von Google/SES, der im niederen Bereich des Orbits stationiert werden soll. Damit nicht genug. Die Telekommunikationsbehörde hat bereits beschlossen vier weitere Orbit-Positionen über Brasilien für Satelliten zur Verfügung zu stellen. Sie sollen öffentlich ausgeschrieben werden.

Die Kapazität im Breitbandbereich wird sich somit in den nächsten vier bis fünf Jahren stark erhöhen und es kann gehofft werden, dass bald auch in abgelegenen Gebieten ein schneller und bezahlbarer Internetzugang möglich ist.

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