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GIG – CAT – IGU

DAKOTA DUAL SIM

Datum: 03. Dezember 2005
Uhrzeit: 18:43 Uhr
Ressorts: Tourismus
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Hier noch eine kleine Geschichte von meinem Flug von Rio de Janeiro zurück in die Heimat, also ins wunderschöne Paraná: Mein Flughafen befindet sich nur 12 km von den herrlichen Wasserfällen entfernt, und wenn man Glück mit dem Wind hat, muss der Flieger einen Schwenk über Argentinien machen und man hat die Chance, die „Cataratas“ von oben zu bestaunen.

DAKOTA DUAL SIM

Ich sitze also im Flieger, strecke die Beine aus und bewundere die herrliche Landschaft. Mein Fensterplatz in Reihe 2 – Executivo – ist wirklich komfortabel. Keine Ahnung wie ich von meiner gebuchten Holzklasse zu dieser Ehre kam, ich denke, der Flieger war einfach überbucht. Aber dass sie dann jemanden dorthin setzen, der gerade mal 5 Euro Flughafengebühr für sein Ticket gelöhnt hat und seine letzten Vielfliegermeilen verbrät, fand ich schon verwunderlich. Oder es war aus dem E-Ticket nicht zu ersehen. Aber ich habe mich nicht beschwert!

Ich sitze also da, trinke mein zweites Bier auf diesem 2-Stunden-Flug und lausche brasilianischen Rhythmen aus den Hochleistungskopfhörern. Da sehe ich schräg unter uns ein kleines Wasserkraftwerk mit dem dazugehörigen Stausee. Viel zu klein für Itaípu, selbst aus dieser Höhe. Aber da war mir klar, dass dies der Rio Iguaçu sein muss, und wir nunmehr von Süden aus in Foz do Iguaçu landen werden. Der Flieger fängt auch kurz darauf an, eine grosse Schleife zu ziehen, um wieder nach Norden einzuschwenken.

Da wir uns schon im Sinkflug befanden, kam auch der Regenwald des grossen Nationalparks immer näher. Dieses dichte Grün, ohne jegliche Lücke werwandelte sich zunehmend in einzelne, unzählige Baumwipfel, die sich dann dem Auge kilometerweit in Richtung Horizont erschlossen. Wir hatten inzwischen Brasilien verlassen und befanden uns über Argeninien. Und plötzlich sah ich diese brutale, hässliche Schneise mitten im Urwald! Der argentinische Flugplatz, alleinig geschaffen für die Touristen, die die Wasserfälle bewundern wollen und natürlich nicht länger als 10 Minuten Bus fahren wollen. Welch ein Schandfleck in der sonst dort noch unberührten Natur!

Doch dann sah ich … SIE: Die Cataratas …. und mein Ärger über diesen Waldflugplatz verschwand sofort. Mein Blick fiel auf diese riesige blaue absolut spiegelglatte Wasserfläche des Rio Iguaçu, die sich langsam aber stetig mit zunehmenden Flußlauf verengt. An deren Ende kam dann die sichelförmige Kante in Sicht, an der das Wasser in riesigen Mengen herunterschiesst. Als wir auf gleicher Höhe mit den Fällen waren, war auch die aufschäumende Gischt zu sehen, die den Einblick in die Schlucht verwehrt – aus der Luft wie von unten betrachtet ist es ein gigantisches Schauspiel der Natur.

Das Wort Iguassu bedeutet im Übrigen „Großes Wasser” in der Etymologie der Tupi-Guarani Indianer. Der Fluß entspringt in der mit dem Zug zu durchquerenden Gebirgskette Serra do Mar, durchfließt 1320 km bis Foz do Iguaçu und mündet in den Rio Paraná.

Oberhalb der Fälle misst der Fluß 1200 m in der Breite und verengt sich bis auf 65 – 100 m in der tektonischen Spalte, welche die Talsohle bildet. Die Breite der Fälle beträgt auf brasilianischer Seite 800m, auf argentinischer 1900m, das ergibt eine Gesamtbreite der halbkreisförmigen Front der Fälle von 2700 m. Der Höhenunterschied beträgt 72 m, einschließlich einer Stromschnelle oberhalb der Fälle. Abhängig vom Wasserstand schwankt die Zahl der Fälle zwischen 150 und 275 und ihre Höhe zwischen 40 und 90m. Das Strömungsvolumen pro Sekunde ändert sich, je nachdem obTrockenheit oder Dürre herrscht, von 300m³/sec bis auf 6500m³/sec, mit einem mittleren Strömungsvolumen von 1500m³/sec.

Natürlich konnte es Kapitän nicht lassen, die Reisenden auf der linken Seite des Fliegers auf die herrliche Aussicht aufmerksam zu machen, worauf die Reisenden der rechten Seite vorschriftswidrig ihre Gurte lösten und lange Hälse machten. Man muss ja dazusagen, dass in dem Flieger neben meiner Wenigkeit, die nur noch nach Hause wollte, sonst ausschliesslich Touristen deutscher und japanischer Abstammung sassen, also typische Wasserfall-Touris waren.

Doch das Schauspiel, welches mich und meine Mitreisenden so in den Bann gezogen hatte, zog viel zu schnell vorüber und Sekunden später waren wir auch schon gelandet. Somit endete mein kostenloser Rundflug über den brasilianischen und argentinischen Iguaçu-Nationalpark in Form eines Varig Linienfluges GIG-CAT-IGU (Rio de Janeiro – Wasserfälle – Foz do Iguaçu) mit einer Demonstration der gewaltigen Kraft der Natur, welche man nie oft genug bewundern kann!

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