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Illegale Ärztin soll Brasilianerin untersucht und Schwangerschaft bestätigt haben

Datum: 15. Februar 2009
Uhrzeit: 01:59 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Paula Oliveira hat sich angeblich von einem illegal praktizierenden Arzt untersuchen lassen (Foto: persönlicher Facebook-Account)

Im Fall der 26-jährigen Brasilianerin Paula Oliveira, die nach eigenen Angaben am vergangenen Montag in Zürich auf dem Nachhauseweg von Neonazis überfallen und schwer misshandelt wurde sowie im Anschluss eine Fehlgeburt erlitt, sinkt die Glaubwürdigkeit immer weiter. Dokumente für eine mögliche Schwangerschaft sind bislang weiterhin keine vorhanden, da sich die junge Juristin nach Aussage des Vaters von einer illegal in der Schweiz praktizierenden portugiesischen Ärztin habe untersuchen lassen.

Noch am Samstagvormittag war der Vater, der Rechtswalt Paulo Oliveira, felsenfest davon überzeugt, dass seine Tochter die Wahrheit sagt. Er ignorierte damit die Untersuchungsergebnisse, welche nach Aussage der Stadtpolizei Zürich zweifelsfrei belegen, dass die junge Juristin nicht schwanger war. Vielmehr bestätigte er die Version anderer Angehöriger (mehr…), dass die Schwangerschaft jederzeit dokumentierbar wäre.

Um die Mittagszeit erklärte Paulo Oliveira dann gegenüber brasilianischen Medien, dass er nicht wüsste, wie er an die Dokumente kommen könnte, nach denen seine Tochter Zwillinge erwarte. Er habe mit ihr noch nicht darüber gesprochen und habe keine Kenntnis, wo sie die wichtigen Schriftstücke aufbewahre. Laut der Stiefmutter hatte Paula eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen sowie einen DNA-Test durchgeführt, um das Geschlecht der drei Monate alten Föten zu bestimmen.

Nur rund zwei Stunden später sah die Sachlage schon ganz anders aus. „Ob meine Tochter Opfer einer Gewalttat ist, wie sie gesagt hat oder ob sie eine psychische Störung hat, macht für mich als Vater keinen Unterschied. Ich kam nach Zürich, um bei ihr zu sein und ihr alle mögliche Hilfe zu geben“ erklärte er in einem Telefongespräch mit der Tageszeitung O Globo.

Seiner Aussage nach leide seine Tochter seit Freitagabend unter Blutungen. Der Schweizer Psychologe, der die Familie betreut, habe ihn zudem aufgefordert, den Fernseher aus dem Krankenzimmer zu entfernen und keinesfalls mit ihr über die Untersuchungsergebnisse zu sprechen.

Der als Parlamentssekretär tätige Paulo Oliveira bestätigte zudem, dass Paula an der seltenen Krankheit Lupus leide. Lupus bringt das Immunssystem aus dem Gleichgewicht. Verursacht wird es durch äusserliche Einwirkungen wie einen Virus oder durch Bakterien. Aus diesem Grund sei die Schwangerschaft auch mit Risiken verbunden. Er habe diesbezüglich schon mit einem Spezialisten in dem Krankenhaus gesprochen, in dem Paula derzeit behandelt wird.

Zudem bestätigte er im Gegensatz zu dem zuvor veröffentlichten Interview, dass er bereits Freitagnacht mit seiner Tochter über die Schwangerschaft geredet habe. Diese habe gesagt, eine portugiesische Ärztin konsultiert zu haben. Den Namen wolle sie keinesfalls verraten, da ihr Status in der Schweiz bislang noch irregulär sei.

Für Paulo Oliveira ist dies normal. Migranten würden häufig Spezialisten kontaktieren, die noch nicht die erforderlichen Genehmigungen hätten, jedoch schon arbeiten würden. Und mit Sicherheit hätte seine Tochter bei fortgeschrittener Schwangerschaft einen Schweizer Arzt konsultiert.

Auch habe er die Schwangerschaft nicht überprüft. „Ich habe nichts gesehen. Ich war mit ihr hier. Kennen Sie einen Vater, der die Untersuchungsberichte anfordert, wenn seine Tochter ihm erzählt, dass sie schwanger ist? Wir haben nur gefeiert, dass ich Grossvater werde. Ich habe geweint, als sie es mir die Mitteilung machte, Mutter von zwei Mädchen zu werden. Es wären meine ersten Enkel gewesen“ verteidigte sich Oliveira in dem Telefonat.

Letzmalig war Paula im Oktober 2008 bei ihrer Familie in Recife im Bundesstaat Pernambuco zu Besuch. Im Januar hatte sie dann die Schwangerschaft in einem Telefonat bekannt gegeben.

An der Version seiner Tochter zweifelt er auch am Ende des Telefonats mit der angesehenen brasilanischen Tageszeitung nicht. „Sie hat mir gesagt, dass sie angegriffen wurde. Sie sagte, einer der Angreifer hatte ein Hakenkreuz auf dem Hinterkopf. Ihr Lebensgefährte hat in Interviews Journalisten gegenüber bestätigt, dass die Darstellung von Paula 100%ig wahr ist. Es gibt keinen Grund, warum ich an meiner Tochter zweifeln sollte.“

Alle Artikel zum Thema in einem grossen Special:

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Kommentarbereich

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  1. 1
    lemiserable

    Shina, vieleicht solltest Du nicht ein menschliches Versagen mit sehr wohl tragischem Ausgang mit einem permanten Zustand in Brasilien vergleichen. Während hier die Schuldigen sehr schnell erruiert sind, weist in Brasilien einer dem Anderen die Schuld zu und keine macht etwas – ausser die Politiker die permanent die Gelder der überfakturierten Projekte einsacken. Enhalte die doch einfach einem Kommentar, wenn dieser lediglich emotional gestäuert ist.

    Oh – ich nehme natürlich an, dass Du entweder unser Schweineland bereits verlassen hast oder dies in den nächsten Tagen hoffentlich tust und dorthin ziehst wo es viel, viel besser ist als bei uns. Viel Glück!

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