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Brasilianer sehen Schweiz nicht als fremdenfeindlich an

Datum: 13. Februar 2009
Uhrzeit: 19:08 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der Fall 'Paula Oliveira' sorgt in Brasilien und der Schweiz für Aufregung! (Foto: persönlicher Facebook-Account)

In den letzten Tagen kochen die Emotionen in der Schweiz und Brasilien hoch. Schuld daran ist der Fall der 26-jährigen Paula Oliveira. Noch ist unklar, was tatsächlich geschah, die Aussage der Juristin steht gegen die der zuständigen Ermittlungsbehörden. Paula macht drei Neonazis für eine grausame Tat verantwortlich, die schon ausreichend dokumentiert ist und keinerlei nochmalige Erwähnung erfordert. Wichtig in diesem Zusammenhang sind jedoch die eingeritzten Buchstaben SVP und der Zeitpunkt der Tat, nämlich keine 24 Stunden nach einer Volksabstimmung, bei der die Partei mit diesen Insignien ihre Position nicht durchsetzen konnte.

In keinster Weise konnte ich hier in Brasilien erkennen, dass die Medien den von Paula attestierten und gegen sie begangenen rechtsradikalen Übergriff mit der Schweiz als Nation in Verbindung bringen und erst recht nicht auf alle Schweizerinnen und Schweizer ausweiten. Dies ist eine blanke Unterstellung verschiedener Kommentatoren, die sich in verschiendenen Online-Medien, Foren und auch hier im brasilien Magazin dementsprechend geäussert haben.

Ich habe für mehrere Radiosender in der Schweiz in den vergangenen Tagen Interviews gegeben und dabei zwar erwähnt, dass die Schweiz durch diesen Vorfall im Blick der Brasilianer ein wenig den Status des friedlichen und Wohlstand bringenden Paradieses verloren hat. Allerdings habe ich auch betont, dass keinesfalls davon auszugehen ist, dass die Brasilianerinnen und Brasilianer in Gänze das Schweizer Volk als rechtsradikal oder generell ausländerfeindlich betrachten.

Dies sehe ich nicht nur in meinem persönlichen Umfeld bei meine unzähligen Kontakte mit Brasilianern und Brasilianerinnen im ganzen Land, dies wurde sogar in dieser Form von brasilianischen Immigranten in der Schweiz so dokumentiert. Auch die brasilianischen Medien haben sehr sachlich über die SVP und deren Kampagne (z.B. die Schafplakate) berichtet und neutral die Tatsachen inklusive der Wahlergebnisse dokumentiert. Auch zwischen den Zeilen waren keine versteckten Kommentare herauszulesen, die eine solche Meinung implizieren oder suggerieren könnten.

Wir hier in Brasilien sind mehrheitlich davon überzeugt, dass die Aussagen von Paula Oliveira wahr sind. Der Wille des brasilianischen Aussenministers und auch der des Staatspräsidenten darf in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht falsch interpretiert werden. Jeder andere rechtschaffene Bürger, egal welcher Nationalität, ist schockiert von so einer Tat und möchte wie auch die brasilianischen Spitzenpolitiker lediglich die Bestrafung der Täter erreichen und eine Wiederholung verhindern.

Ich finde es traurig, dies hier klarstellen zu müssen, aber Brasilien als Land einer lebendigen Demokratie verurteilt das Verbrechen und die Verbrecher und nicht das Volk der Nation, auf deren Territorium es begangen wurde. Und eine lückenlose Aufklärung zu fordern ist mehr als legitim.

Wer den Unmut der Brasilianer gegenüber den drei Verbrechern auf sich selbst oder alle Mitbürger bezieht, verkennt die Situation. Und tut den Brasilianern unrecht. Denen Brasilianern, die hier im fernen Südamerika in ihrem Heimatland leben und auch denen, die friedlich und wohlgesonnen inmitten der gastfreundlichen Schweizer Bürger und Bürgerinnen inmitten Europas eine neue Heimat gefunden haben.

Alle Artikel zum Thema in einem grossen Special:

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Kommentarbereich

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  1. 1
    geo

    Sie hat offensichtlich gelogen. Am Montag hat sie der Personalchefin an ihrem Arbeitsplatz gesagt, am Dienstag gehe sie zur ersten Untersuchung wegen ihrer Schwangerschaft. Schon vorher hat sie einer Freundin in Brasilien erklärt, sie sei schwanger mit Zwillingen. Wie will sie das wissen, ohne Untersuchung beim Arzt? Offensichtlich hatte sie die Schwangerschaft erfunden und dann am Montagabend einen Ausweg gesucht. Selbstverletzungen sind typisch für Leute mit traumatischen Psychosen, die z.B. als Kind misbraucht wurden. Die Polizei sollte mal den Vater zu diesem Thema befragen, er hält sich ja zur zeit in der Schweiz auf.

  2. 2
    Schweizer in Brasilien

    Ich finde eben nicht, dass die Brasilianischen Medien sehr professionel mit dem Fall umgegangen sind. Da wurden gleich von der ersten Stunde an die unglaublichsten Argumente herumgworfen.

    Mein Wirtschaftprofessor machte mich dann daraufhin gleich sofort am Donnerstag Morgen an der Uni mit dummen Sprüchen an. Halb lachend, halb ernst wusste er und andere gleich Bescheid: Die SVP sei ultranationalistisch, die Schweiz und Europa allgemein voller nazis und so weiter und so fort.
    Ich bin kein Fan dieser Partei, also SVP, aber es wäre in etwa das gleiche, wie wenn ich die Brasilianische PT als Ultra linke marxisitisch-stalinistische Partei hinstellen würde. Wobei diese behauptung wohl noch eher an der Wahrheit liegen würde. Zumindest bei so einigen Zweifelhaften Gestalten in Lulas Kabinett.

    Zu diskutieren gab es an dem Tag nichts, die Meinungen waren ja bereits gebildet. Aber ich hatte an dem Tag auch keine Lust darauf, ich fühlte mich wie irgendwie schon fast wie einer der Täter. Ich weiss nicht wieso, ich bin schon lange nicht mehr in der Schweiz kenne hier keinen einzigen anderen Schweizer hier, studiere nur mit Brasilianern und habe eine Brasilianische Freundin. Aber die Medien hier haben es irgendwie geschafft, inner Stunden ein ganzes Land und alles mit ihm affilierte – also auch mich – zu diskreditieren.

    Das ist alles sehr unglücklich und ich hoffe wir können jetzt zu den wichtigen Sachen zurückehren. Von Brasilianern in der Schweiz weiss ich, dass sie ähnlich denken – und leiden.

    Ich hoffe du steuerst deinen Teil bei, diese Geschichte irgendwie so gut wie möglich richtigzustellen.

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