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Polizei geht vor WM weiterhin brutal gegen friedliche Demonstranten vor

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Datum: 06. Juni 2014
Uhrzeit: 13:14 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Auch ein Jahr nach dem beschämenden Bild der gewalttätigen Protesten im Rahmen des Confed-Cups und trotz aller jüngsten Zusicherungen von Staatspräsidentin Dilma Rousseff geht die brasilianische Polizei auch weiterhin mit brutaler Härte gegen friedliche Demonstranten vor. Das Wort „Deeskalation“ ist bei den militärisch geprägten Sicherheitsorganen auch weiterhin nicht existent. Jüngstes negatives Beispiel ist der Streik an einer U-Bahn-Station in São Paulo. Mitarbeiter, die friedlich als Menschenkette den Zugang zum Bahnsteig verwehrten, wurden von schwer bewaffneten Eliteeinheiten gnadenlos aus dem Weg geprügelt.

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Drohgebärden, Einschüchterungen, Schlagstöcke, Tränengas und Gummigeschosse. Die „taktischen Kräfte“ der brasilianischen Militärpolizei diskutieren und verhandeln nicht – es wird immer erst einmal auf die Demonstranten eingeprügelt. Die Einsatzkräfte wollen damit Stärke demonstrieren – und zeigen Brasilien in einem massiv undemokratischem Licht. Im Land der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympiade 2016 bekommt man so mittlerweile immer häufiger Bilder zu sehen, welche an die fast drei Jahrzehnte andauernde Militärdiktatur erinnern, die im größten Land Südamerikas noch lange nicht aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist.

Der jüngste Fall in der Metro von São Paulo könnte mit viel Glück allerdings ein Nachspiel haben. Denn hier war kein „Black Bloc“ präsent, hier gab es keine vermummten Gestalten oder Maskenträger. Es waren lediglich unbewaffnete Arbeiter und Angestellte, Gewerkschaftsmitglieder in friedlichem Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung. Doch da Brasilien gerade jetzt vor der Weltmeisterschaft „funktionieren“ muss, wird augenscheinlich un och weniger zwischen „Gut und Böse“ unterschieden.

Und das nur gut 24 Stunden nach den Zusicherungen von Staatspräsidentin Dilma Rousseff, dass die Rechte von Demonstranten stets gewahrt blieben. „Eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen ist nicht hinnehmbar, seien es Journalisten oder Demonstranten (..) Das ist nicht akzeptabel und hat nichts mit Demokratie zu tun. (..) Wir werden die Rechte derjenigen garantieren, die Fußball sehen möchten aber auch die Rechte derjenigen, die demonstrieren“ so das Staatsoberhaupt am Donnerstag wortwörtlich über die bei der WM-Endrunde erwarteten Massenproteste. Aber das sollte auch für jede andere Demonstration gelten.

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