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Land unter in Brasilien: Wagemutige Trucker stellen Versorgung im Amazonas sicher

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LKWs mit Lebensmitteln kämpfen sich durch die Fluten des Rio Madeira (Foto: Sérgio Vale/SECOM/AC)
Datum: 22. März 2014
Uhrzeit: 11:15 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der Bundesstaat Acre ist wohl die entlegenste Region Brasiliens. Die dortige Hauptstadt Rio Branco ist auf dem Landweg vom Rest des Landes nur über die Bundesstraße BR-364 zu erreichen. Diese führt von São Paulo über Cuiabá im Mato Grosso und Porto Velho in Rondônia schließlich in den äußersten Zipfel im Nordwesten Brasiliens und endet an der Grenze zu Peru. Von dort aus sind es keine 200 Kilometer Luftlinie bis zum Pazifik.

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Die BR-364 war in den vergangenen Jahren eigentlich gut ausgebaut und durchgängig asphaltiert. Nun jedoch ist der angrenzende Rio Madeira so dermaßen über die Ufer getreten, dass die auf einem Damm errichtete Straße teilweise ebenfalls überflutet ist. Besonders prekär ist die Situation im Bundesstaat Rondônia auf dem Teilstück von Porto Velho nach Rio Branco. Hier steht das Wasser auf einer länge von bis zu 20 Kilometern bis zu 1,30 Meter über dem Asphalt.

Doch wer denkt, die Provinzhauptstadt sei nun vollständig von der Versorgung abgeschnitten, der irrt. Hunderte wagemutige Trucker durchqueren täglich unter Lebensgefahr den gigantischen See – einer nach dem anderen und immer mit dem Blick auf die tief im Wasser versunkene Fahrbahn. Kommt ein Trucker von der Fahrbahn ab, helfen andere, die Landung zu sichern. Eine Bergung des Gefährts ist momentan unmöglich.

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Nur durch den Einsatz der unerschrockenen LKW-Fahrer sind die Regale in Rio Branco und den zahlreichen anderen Kleinstädten und Dörfern noch immer gut gefüllt. Nahrung und Hygieneartikel sind zumindest momentan noch ausreichend vorhanden. Und dies zu einigermaßen vernünftigen Preisen, die bei einem Lufttransport wohl kaum mehr zu bezahlen wären.

Laut der Straßenverkehrspolizei passieren zwischen 100 und 120 LKWs momentan die überflutete Strecke. So konnten in den vergangenen zwei Wochen gut 50.000 Tonnen in die schwer zugängliche region gebracht werden. Unterstützt wird die Versorgung durch Güter aus Peru über die Rodovia Interoceânica die von der Pazifikküste aus über Cusco und einem Bogen um Bolivien herum nach Brasilien reicht.

Und diese Verbindung könnte in den kommenden Tagen der einzige Weg nach Rio Branco sein. Der Rio Madeira erreichte am Donnerstag bei Porto Velho mit 19,35 Meter seinen absoluten Höchststand. Bei 15,81 Meter wird bereits der Alarmzustand ausgerufen, bei 16,68 Meter herrschst Überflutung. Der bisherige Höchststand wurde am 08. April 1997 mit 17,50 Meter registriert. Damals hätte die zwischenzeitlich ausgebaute BR-374 noch gut einen halben Meter aus dem Wasser geragt.

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