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Richthofen: 5000 wollen Prozess verfolgen

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Datum: 03. Juni 2006
Uhrzeit: 20:26 Uhr
Ressorts: Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Beim obersten Gericht in São Paulo sind bislang 5000 Anträge auf einen Platz im Gerichtssaal eingegangen, um den Prozess gegen die 22-jährige Suzane von Richthofen, die 2002 gemeinsam mit ihrem damaligen Freund und dessen Bruder ihre Eltern ermordet haben soll, zu verfolgen. Wenn am Montag die Jury zum ersten Mal zusammentrifft, können jedoch nur etwa 80 Personen auf eine Einlasskarte hoffen und am Prozessauftakt teilnehmen.

Von Richthofen wurde bereits vergangene Woche aus einem 175 Kilometer entfernten Resozialisierungszentrum, wo sie in Untersuchungshaft sass, nach São Paulo überführt und steht seitdem bei ihrem Ex-Vormund und derzeitigen Anwalt unter Hausarrest. Die beiden Mitangeklagten werden aus einer 231 Kilometer von São Paulo entfernten Strafanstalt in ein örtliches Untersuchungsgefängnis verlegt.

Derweilen hat die oberste Justizbehörde auch die Berichterstattung des Prozesses eingeschränkt. Die Liveberichterstattung wurde gänzlich untersagt. Lediglich am Anfang der Verhandlung dürften Filmaufnahmen im Saal gemacht werden. Der zuständige Richter beruft sich dabei auf eine Verordnung von 1970 aus der Zeit der Militärdiktatur in Brasilien. Darin wird die Mitnahme von Filmkameras, Fotoapparaten und Aufzeichnungsgeräten in den Gerichtssaal verboten.

Das Gericht in São Paulo hat sich auch mit der Reportage über die Angeklagte befasst und diese als Beweismittel zugelassen. In der von TV-Sender GLOBO ausgestrahlten Sendung musste ein Interview mit der 22-jährigen elf Mal aufgrund von angeblichen Weinkrämpfen unterbrochen werden, obwohl im Nachhinein nicht einmal der Anschein von Tränen zu erkennen ist. Desweiteren wurde die Weinkrämpfe zwischen von Richthofen und der Anwalt abgestimmt, wie mit versteckter Kamera gefilmte Aufnahmen später belegten. Suzane von Richthofen spielte in der Dokumentation die reumütige Tochter und beschuldigte ihren damaligen Freund und jetzigen Mitangeklagten, er hätte sie im Vorfeld der Tat „mit Drogen, mit vielen Drogen manipuliert“. Die Farce war nach der Ausstrahlung tagelang Thema Nummer 1 in Medien und Bevölkerung.

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