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Ein Rentnerleben

Datum: 07. April 2006
Uhrzeit: 10:56 Uhr
Ressorts: Magazin Inside
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Heute morgen, als ich hier bei uns im Viertel unterwegs war, traf ich wieder einmal meinen „Hunsrücker Freund“. Für alle, die noch nicht von ihm gehört haben: Es ist ein Brasilianer mit deutschen Vorfahren, die diese Region hier mit besiedelt haben. Und er spricht, wenn auch viele Worte fehlen, noch (platt)deutsch. Er läuft oft hier an unserem Häuschen vorbei und hält für ein Schwätzchen. Ich habe ihn über unseren Vermieter, einen Schweiz-Brasilianer kennengelernt. Und natürlich wurde auch heute wieder eifrig gequatscht. Er ist ganz stolz, dass er jetzt jedes Mal besser deutsch spricht und hofft, zukünftig noch öfters mit mir „verzähle“ zu können.

Dabei kamen wir auch auf das Thema Arbeit. Er erzählte mir, dass er mit seinen 62 Jahren nun seit 2 Jahren in Ruhestand wäre. Er hätte seit Ende der sechziger Jahre 23 Hektar Land hier in der Region mit Mais und Soja bestellt, nun würde sein Sohn die Arbeit fortführen. Und mit 60 ginge es eben hinein ins Rentnerleben. Und bis auf leichte Magenprobleme wäre er ja noch ziemlich fit.

Von was er denn nun leben würde, frage ich ihn. Nun, sagt er, er hätte jährlich 2.5% seiner Verkaufserlöse in seine Genossenschaft als Altersvorsorge eingezahlt, die diese Beträge dann an die INSS (staatliche Sozialversicherung) weitergeleitet hätten. Nun bekäme er zwei „Salario minimo„, also derzeit 600 R$ (knapp 240 Euro) an Pension ausgezahlt. Viel wäre es ja nicht, ab er hätte ja zum Glück wenig Ausgaben. Er müsse keine Miete zahlen und das Auto wäre bei seinem Sohn. Und er wäre ja auch nie anspruchsvoll gewesen.

Nun geht er tagtäglich in eine Kneipe gegenüber des kleinen Krankenhauses hier bei uns im Stadtteil und spielt Karten. Umsatz würde er dort zwar keinen machen, da er wegen seinem Magen nichts trinken könne, aber da wären ja schliesslich genug andere. Die müssten oft genug, nachdem sie vom Stuhl gefallen wären, zur Ausnüchterung auf die andere Strassenseite getragen werden.

Manchmal wäre ihm ein bisschen langweilig, ihm fehle dann einfach die „Landluft“. Dann würde er sich einfach in den Bus setzen und zu seinem Sohn fahren. Aber grundsätzlich beklagen über sein Rentnerdasein könne er sich nicht.

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