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Regenwald-Zerstörung in Rondônia

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Datum: 22. April 2006
Uhrzeit: 22:51 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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earth dayHeute ist Earth Day und Beginn der Earth Week. Der Tag der Erde. Jeder sollte seinen eigenen Beitrag dazu leisten. Google macht mit einem bunten Logo darauf aufmerksam.

Ich versuche dies, indem ich über einen brasilianischen Bundesstaat berichte, in dem die Zerstörung von „Mutter Erde“ besonders gravierend ist. Nein, ich bin nicht der ultraradikale Ökofreak. Auch ich handele nicht immer ökokogisch. Und doch dreht sich mir bei den Bildern der Magen um. Daher dieses Posting.

Und dies schreibt Wikipedia über den Bundesstaat. Wie wir lesen konnten, sollen bereits 25% des Regenwaldes vernichtet worden sein:

Rondônia

Rondônia ist ein Bundesstaat im Norden von Brasilien. Er grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Amazonas und Mato Grosso sowie an Bolivien. Rondônia hat 1.395.000 Einwohner (2005) und eine Fläche von 238.513 km². Damit liegt die Bevölkerungsdichte bei 5,8 Einwohnern pro km². Die Hauptstadt von Rondônia ist Pôrto Velho.

Rondônia entstand aufgrund eines von der brasilianischen Regierung seit den 70er Jahren geförderten Kolonisationsprojekts. 1981 wurde das Gebiet zum Bundesstaat erhoben. Vorher war das von den Guaporé-Indianern bewohnte Gebiete kaum bekannt.

Der neue Teilstaat ist nach dem brasilianischen Forscher, Landesvermesser und Erbauer von Telegraphenleitungen Marechal Cândido Rondon benannt, der 1913 von Franklin Delano Roosevelt, dem späteren US-Präsidenten auf einer Expedition in den nördlichen Mato Grosso begleitet wurde.

Die wirtschaftliche Existenzgrundlage Rondônias ist vor allem der Raubbau am Regenwald. Zur Holzgewinnung und für die Anlage von Plantagen wurde und wird massenhaft Tropenwald vernichtet. Bisher sind rund 25 Prozent der Wälder des Bundesstaates abgeholzt worden. Neben der Holzindustrie ist der Bergbau (vor allem Zinnerz aber auch Gold, Eisenerz, Mangan und Edelsteine) ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. In den letzten drei Jahrzehnen ist die Bevölkerung durch den Zuzug aus dem armen brasilianischen Nordosten schnell gewachsen.

Doch sehen wir uns das Ganze doch einmal mit Google Earth an. Denn da sieht der Bundesstaat meines Erachtens etwas zerstörter aus. Nachfolgende Aufnahme ist der Anblick von Rondônia aus 590km (!!!) Höhe. 60x höher als ein Flugzeug. Weit aus dem Weltall heraus. Selbst die internationale Raumstation umkreist die Erde nur in 350km Höhe. Und die knapp 240.000km² Grundfläche entspricht in etwa der Grösse Grossbritanniens. Eine unglaubliche Vernichtung von tropischem Regenwald. Und keiner kann sagen, dass dies das Erbe vergangener Generationen ist. Der massive Raubbau an der Natur begann erst vor etwa 20 Jahren. Es betrifft also unsere Generation.

rondonia google earth

Eine Ende scheint nicht in Sicht. Auch wenn einige Organisationen auf die Zerstörung des Regenwaldes aufmerksam machen, so richtet sich der Focus immer auf den Amazonas. Dieser verhältnismässig kleine Bundesstaat ganz im Nordwesten wird irgendwie dabei immer übersehen und kann weiter und weiter den kostbaren Urwald roden. Und das Schlimme daran ist, dass die nun geschaffenen Ackerflächen ausgelaugt und brach daliegen. Auf Jahre zerstört nach zwei bis drei kargen Ernten.

Ich verweise nun mit Absicht auf keine Organisation, bei der man sich engagieren könnte. Einfach einmal nach „Regenwald“ googlen und man wird haufenweise fündig. Ich möchte hier vielleicht einfach nur einen kleinen Anstoß geben, bzw. die Dinge einmal aufzeigen. Denn dafür ist ein solcher Tag vielleicht schliesslich auch da. Um einfach ohne blinden Aktionismus die Tatsachen einmal zu demonstieren.

Und hier noch ein Bild aus einer anderen Perspektive. Bis zum Horizont (bzw. bis zu Grenze des Bundesstaates) nur gerodete Flächen. Ich habe im hier im Magazin auch gleich das kmz-File (siehe unten) für Google-Earth abgelegt.

Google Earth Rondonia Brasil

Wir haben den Mond erobert, aber wir stehen wie hilflose Kinder vor den sterbenden Wäldern, hinter denen er aufgeht.

Hubert Weinzierl (*1935), ehem. Vorsitzender des B.U.N.D.

Datei herunterladenRondônia Google Earth
KMZ-File für Google Earth mit Waldzerstörung in Rondônia/Brasilien
(Dateigrösse: 533 bytes)

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Hebinho

    Dass Indianer generell Völker sind, die schon immer ein Leben im Einklang mit der sie umgebenden und ernährenden Natur führten, zeigt auch der alte Spruch – manche nennen es Weissagung – eines in Kanada lebenden Stammes der Cree:
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet,
    der letzte Fluss vergiftet,
    der letzte Fisch gefangen ist,
    werden die Menschen feststellen,
    dass man Geld nicht essen kann.“

    Ein Satz, der mehr als je zuvor auf das zutrifft, was sich in Brasilien „abspielt“!

    Ein Wissenschaftler hatte sich einmal vor einiger Zeit mit dem Problem „Lebensstandard der Amerikaner“ auseinandergesetzt und ausgerechnet, dass, würden alle Menschen auf diesem Planeten den Stil der US-Amerikaner leben wollen, wir 7 Planeten Erde benötigen würden.

    Ich bin zwar auch kein „Öko-Radikalinsky“, aber ich seh‘ das ganz gelassen, denn irgendwann ist halt mal „Schicht“ für das Säugetier Mensch und wenn wir so weiter „wurschteln“, innerhalb weniger zukünftiger Generationen!

  2. 2
    Jacare

    Wer stoppt nur diesen Wahnsinn ? Hat man es doch wieder
    geschafft, einen Bundesstaat der vor 25 Jahren erst gegründet
    wurde und ca. 1/3 kleiner als die BRD ist, platt zu machen.
    Wo war nur wieder IBAMA ?

  3. 3
    hi

    hilfe der regenwald stirbt 😮

  1. einfach persoenlich Weblog
  2. Brasilien Nachrichten - Brasilien: Ibama baut Weihnachtsbaum aus Motorsägen - brasilblog.de - News live aus Brasilien

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