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Brasilien erneut Weltmeister beim Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln

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Protest gegen den extensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Brasilien (Foto: Campanha Contra os Agrotóxicos)
Datum: 05. Dezember 2014
Uhrzeit: 12:17 Uhr
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Die Brasilianer sind Weltmeister beim Verbrauch von Agrochemikalien. Auf jeden Einwohner des südamerikanischen Landes kommen pro Jahr 5,2 Liter Chemikalien aus der Landwirtschaft. In einzelnen Regionen kann sich dieser Wert noch erheblich erhöhen, wie in der Gemeinde Lucas do Rio Verde im Bundesstaat Mato Grosso. Dort liegt der Durchschnitt der Pflanzenschutzmittel bei 120 Litern pro Einwohner.

Vorgelegt wurden die erschreckenden Zahlen von Umweltschützern anlässlich des internationalen Tages des Kampfes gegen die Toxine. Erst unlängst wurde zudem eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass viele der Gemüsearten zu stark oder mit nicht zugelassenen Mitteln belastet sind. Angesichts der Zahlen fordern Bürgerbewegungen unter anderem ein sofortiges Verbot der Ausbringung per Flugzeug. Bei dieser Technik werden nicht nur die Pflanzen eingenebelt, sondern ebenso der Boden, benachbarte Flächen, Flüsse und Siedlungen in der Nähe der oft hunderte und tausende Hektar umfassenden Monokulturen von Soja, Mais, Zuckerrohren und anderen Kulturen. Ganze Dörfer von Indios werden mit den Chemikalien buchstäblich eingesprüht, erklärt Alan Tygel, Mitglied der “Kampagne gegen Agrotoxine und für das Leben”.

Studien zeigen, dass sie eine Serie von Krankheiten, Krebs, Schwindelanfälle, Depressionen, Fehlgeburten und Deformationen von Föten hervorrufen und den Hormonhaushalt beeinträchtigen können. Aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann ebenso das ökologische Gleichgewicht. In Zusammenhang mit den Chemikalien aus der Landwirtschaft wird ebenso eine Abnahme der Bestandsdichte verschiedener Vogelarten, Bienen und Fische gebracht.

Brasilien steht bereits seit 2008 an der Spitze, was den Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln betrifft. Im Jahr 2011 wurde die Kampagne gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ins Leben gerufen, der mittlerweile über 100 verschiedene Einrichtungen und Organisationen angehören. Sie wollen die Bevölkerung aufklären und setzen sich für einen Ökologischen Landbau ein. Darüber hinaus fordern sie ein Verbot für die Mittel, die in anderen Ländern bereits nicht mehr angewendet dürfen sowie ein Ende der Steuerbegünstigungen für Agrochemikalien.

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