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Im Nordosten Brasiliens sind die Esel los

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Datum: 19. März 2014
Uhrzeit: 09:21 Uhr
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Im Nordosten Brasiliens streunen tausende Esel herrenlos an den Rändern der Straßen herum. Weil es durch sie immer wieder zu Unfällen kommt, kam im Bundesstaat Rio Grande do Norte ein Staatsanwalt auf die Idee, die Esel zu Nahrung verarbeiten zu lassen. Um die Bevölkerung vom Genuss des Fleisches zu überzeugen, lud er kurzerhand zum Probeessen ein.

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Nicht alle der etwa 300 Neugierigen, die zum Mittagessen in die Stadt Apodi gekommen waren, zeigten sich begeistert. In Brasilien gehört weder das Pferdefleisch noch das Eselfleisch zum Speiseplan der Menschen. Einige Mutige hingegen genossen Filet, gegrillte Ripperl oder Frikassee. Dennoch ist die Idee von gebratenen, gekochten oder zu Salami verarbeiteten Eselfleisch für den Mittagstisch nicht unumstritten.

Einst war der Jegue oder Jumento, wie die Einheimischen den Esel nennen, eine wichtige Arbeitshilfe auf den Feldern, er war Fortbewegungsmittel der Landbevölkerung und Transportmittel für Waren. Heute ist er ein Wahrzeichen für den Nordosten Brasiliens und ein Problem zur gleichen Zeit. Von Traktor, Auto und Motorrad aus dem Alltag der Landbevölkerung verdrängt, wurden und werden viele der Tiere einfach sich selbst überlassen. Die Zahl der herrenlosen Esel wird allein im Bundesstaat Rio Grande do Norte auf 20.000 geschätzt. Im vergangenen Jahr kam es durch sie zu 47 Unfällen. Drei Menschen ließen dabei ihr Leben.

Projekte gibt es etliche, die sich mit dem Jegue beschäftigen. In Pernambuco wird Eselsmilch gewonnen und teuer verkauft. Die Milch soll gegen Gastritis, Tuberkulose und Magengeschwüre helfen. In Amaraji zieht eine Eselsdame als wandelnde Bibliothek von Dorf zu Dorf, um Jung und Alt zum Lesen zu bewegen. Jegue-Taxis begeistern die Touristen an den Stränden den endlosen Atlantikküste. Auch Feste mit Eselrennen sind in vielen Gemeinden der verschiedenen Bundesstaaten des Nordostens üblich und ziehen tausende Touristen an. Sogar China zeigte schon Interesse am brasilianischen Esel. Eine hiesige Unternehmensgruppe wollte für die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie jährlich 300.000 der Tiere erwerben.

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