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Zu grünen Ufern in Brasiliens Süden (3)

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Datum: 23. September 2006
Uhrzeit: 21:07 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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mata-ciliarSeit 1965 besteht ein Gesetz, welches den Schutz und die Bewahrung des „Mata Ciliar“ vorsieht. Doch knapp 40 Jahre lang hat sich kaum jemand daran gehalten. Es besagt, das entlang der Flüsse und um Seen und Quellen herum die natürliche Umgebung (Waldbestand oder nicht) so verbleiben muss, wie die Natur sie geschaffen hat.

Auf nachfolgender Grafik sieht man die entsprechenden Vorgaben. Mühsam wird versucht, diesen Zustand heute wieder herzustellen. Rund um die Quelle herrscht prinzipiell ein Schutzgebiet von 50 Metern. Und je nach Flussbreite sind dann zwischen 30 und 500 Meter natürliche Uferbewaldung auf beiden Seiten zu bewahren. Dies schreiben die Umweltgesetze Brasilien vor.

Schutzzonen entlang der Flüsse in Brasilien

Ein Fehlen des „Mata Ciliar“ hat katastrophale Konsequenzen zur Folge:

1. WASSERMANGEL
Das Fehlen Des „Mata Ciliar“ verursacht das Schnelle ablaufen von Regenwasser. Da es nicht genügend in das Erdreich eindringt, fehlt der Filtrationsprozess.

2. SEDIMENTBILDUNG
Dadurch entsteht eine höhere Sedimentbildung, besonders an den Uferrändern. Die Flüsse verschlammen, weniger Sonnenlicht dringt ein und letztenendes werden die Flüsse und Seen kleiner.

3. PLAGEN
Das Fehlen oder die Verkleinerung des „Mata Ciliar“ verursacht Plagen und Krankheiten, die sehr schnell auch das ökologische Umfeld wie die Landwirtschaft angreifen können. Schlechtere Ernteergebnisse sind die Folge.

4. WASSERQUALITÄT
Die oben bereits aufgeführte Filterfunktion reinigt das Wasser und schützt somit das Leben innerhalb des Flusses.

5. WACHSTUMSBEHINDERUNG
Dieser natürliche Bereich schützt Flora und Fauna und ist dem natürlichen Wachstum und der Fortpflanzung förderlich. Die Biodiversität bleibt in der Region erhalten.

Mata Ciliar entlang eines Flusses in Paraná (Foto: Divulgação)

Man sieht daraus, das die Erhaltung bzw. das derzeitige Wiederaufforstungsprojekt die Schlüssel für eine vernünftige natürliche Entwicklung in den entsprechenden Bereichen sind. Und die Regierung, die Städte und Gemeinden haben bereits verschiedene Erhaltungsmassnahmen und Erneuerungsprojekte initiiert. Nochfolgend einige beeindruckende Zahlen:

Insgesamt wurden in Paraná bislang 44.553.200 Setzlinge neu angepflanzt. Davon kamen 19.450.955 vom Instituto Ambiental do Paraná (IAP), 15.311.733 von den städtischen Baumschulen und 9.790.512 von anderen Baumschulen oder wurden anderweitig gespendet. Alleine in der „Woche des Baumes“, eine Initiative der Regierung von Paraná wurden über 5.000.000 Setzlinge an die Ufer der Flüsse gebracht. Viele ehrenamtliche Helfer, Schulklassen und Gartenbaubetriebe waren daran beteiligt.

Doch noch immer ist erst die halbe Wegstrecke zurückgelegt. Es werden wohl noch ein paar Jahre vergehen, bis alle 90 Millionen Jungpflanzen ausgesetzt wurden. Und dann werden auch noch viele Jahre vergehen, bis sie zu den Bäumen herangewachsen sind, die dort vor vielen Jahren einmal standen. Ein weiter Weg liegt noch vor dem „Mata Ciliar“. Ein Anfang ist zumindest gemacht. Jetzt hoffen alle Beteiligte auf den Respekt der Landbesitzer und die Kontinuität der freiwilligen Helfer. Damit dieser wichtige Lebensraum wieder zu dem wird, was er einmal war.

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