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Historischer Rückgang bei Abholzung von Regenwald in Amazonien

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Datum: 13. November 2009
Uhrzeit: 22:46 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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abholzung-normalDie Bemühungen in Brasilien zum Schutz des artenreichen Regenwaldes im Amazonas tragen erste Früchte. Laut jüngsten Zahlen hat das grösste Land Südamerikas die abgeholzte Fläche innerhalb eines Jahres faktisch halbiert. Statt 12.911 Quadratkilometer im Jahr 2008 werden für dieses Jahr maximal 7.000 Quadratkilometer entwaldete Gebiete erwartet. Dies ist ein Rückgang um 45 Prozent und zeitgleich der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 21 Jahren.

Die Daten gehen aus Untersuchungen des nationalen Weltraumforschungsinstituts Inpe hervor, die kontinuierlich Satellitenaufnahmen auswerten, Brandrodungen aufdecken und illegale Weideflächen registrieren. Die Daten fliessen dann in das „Projekt zur Überwachung der Abholzung in Amazonien“ ein. Die jüngsten Zahlen stellen dabei allerdings nur einen kleinen Bereich der kompletten Studie dar, die Fehlerquote wird mit 10 Prozent angegeben. Endgültige Zahlen für das Jahr 2009 werden erst im März kommenden Jahres vorliegen.

Die Daten wurden im Rahmen der Vorstellung des Programms „Arco Verde Terra Legal“ [Grüner Bogen rechtmässiger Erde] bekannt gegeben, an dem neben den Bürgermeistern von 43 Gemeinden Amazoniens auch Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, Umweltminister Carlos Minc und die Ministerin im Präsidialamt, Dilma Rousseff teilnahmen. Das Programm soll den Bewohnern in Amazonien zum einen dabei helfen, die Eigentumsverhältnisse an beanspruchten Flächen zu legalisieren und zum anderen die nachhaltige Bewirtschaftung der Gebiete fördern, ohne dabei die Umwelt weiter zu schädigen.

„Brasilien kann sehr stolz auf diese Entwicklung sein“ betonte Ministerin Rousseff in ihrer Rede die positiven Zahlen. Die Wunschkandidatin Lulas für seine Nachfolge leitet die brasilianische Delegation bei der Klimaschutzkonferenz vom 7. bis 18 Dezember in Kopenhagen und wird dort vor allem aufgrund der jüngsten Resultate selbstbewusst auftreten können. Die brasilianische Regierung plant ihrer Aussage nach, dort den Teilnehmern eine Zielvorgabe bei der Reduktion von CO2-Emmission bis 2020 von knapp 38 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu unterbreiten. Die westlichen Industriestaaten streben bislang lediglich eine Verringerung der Treibhausgase um 20 bis 30 Prozent an.

Auch Umweltschützer feierten die ermutigenden Zahlen bezüglich der Rodungen im grössten Waldgebiet der Erde, betonten jedoch, dass noch ein weiter Weg vor Brasilien liegt, um die Abholzung vollständig zu stoppen. Für Claudio Maretti vom WWF müssen gerade jetzt und trotz der positiven Zahlen die Massnahmen in einem weitaus grösseren Rahmen umgesetzt werden. Der Blick dürfte nicht nur auf das Amazonasgebiet gerichtet sein, sondern auch auf den Rest des Landes. Als Beispiel nannte er den Cerrado, dessen Buschland auch immer öfter von Viehweiden unterbrochen wird.

Über die Ursachen der Reduktion gehen bei anderen Umweltschützern zudem die Meinungen auseinander. Für Adalberto Veríssimo vom Institut für Mensch und Umwelt in Amazononien (Imazon) ist der Rückgang auf drei Massnahmen der Regierung zurückzuführen: Keine Kreditvergabe für Umweltsünder, Beschlagnahmung illegal gerodeter Flächen und Haftung für die Gemeinden, in denen die Abholzung geschieht. Roberto Smeraldi der ONG „Amigos da Terra“ macht allerdings die Wirtschaftskrise verantwortlich. „Kein Grossgrundbesitzer erhöht derzeit die Produktion. 16 Schlachthöfe haben bereits aufgehört zu arbeiten“ begründet er seine Hypothese. Auch wenn die Zahlen momentan gut seien, er selbst könne keine langfristige Tendenz sehen.

Foto: Ricardo Stuckert / PR

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