Empörung und Proteste zum Gipfelauftakt in Rio

Red Line Protest (Foto: Luiz Ferreira / IAPF)

Datum: 20. Juni 2012
Uhrzeit: 15:30 Uhr
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Autor: Sarah Hommel
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Zum Auftakt des UN-Gipfels Rio+20 in Rio de Janeiro haben zahlreiche Gruppen gegen die ausgearbeitete Abschlusserklärung protestiert. Unter anderem bildeten zahlreiche Jugendvertreter von dem Tagungspavillon der Staats- und Regierungschefs eine „rote Linie“, um ihre Ablehnung gegen das ihrer Meinung nach unzureichende Papier zum Ausdruck zu bringen.

Die Jugenddelegierten und Mitglieder von im Prozess beteiligten Nichtregierungsorganisationen bemängelten, dass wichtige Ziele von der brasilianischen Verhandlungsführung aus dem Dokument herausgestrichen wurden. Unter wird das zuvor geplante Hochkommissariat für zukünftige Generationen mit keinem Wort mehr erwähnt. „Das war eine unserer Prioritäten“, beklagte die 24-jährige Alice Vincent aus England, die auf der Konferenz für die Major Group Children and Youth aktiv an den Verhandlungen beteiligt war.

„Das ist die rote Linie, welche die Regierungen benutzen, um im Text etwas zu markieren, dass sie unter keinen Umständen mittragen. Und wir wollen mit dieser roten Linie darauf aufmerksam machen, dass wir den Text nicht akzeptieren“, erklärt der 28-jährige Christian Bradford vom World Future Council.

Schon kurz nach Veröffentlichung des Abschlusstextes am Dienstag (19.) hatten zahlreiche Vertreter von Zivilgesellschaft und Beobachter der Konferenz deutliche Kritik geübt. Dabei herrschte einhellige Meinung, der Entwurf gehe nicht weit genug und sei wenig ambitioniert. Viele wichtige Vorschläge seien zudem nicht in den Text eingeflossen und daher auch nicht mehr verhandelbar. Den Regierungen warf man daher eine reine Interessenpolitik vor. Nationale Probleme wie die Schuldenkrise wären den Entscheidungsträgern wichtiger als die längerfristig auftretenden schweren Umweltschäden auf der Welt.

In Rio de Janeiro beginnen heute (20.) die abschliessenden Gipfelgespräche der UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung Rio+20. Staatschefs aus über 120 verschiedenen Staaten sind angereist, um über das bereits vorher erarbeitete Abschlussdokument abzustimmen.

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