Eigentlich ist er es, der Trost bitter nötig hat: Brasiliens Ausnahmestürmer Neymar Jr. hat sich am Samstagmittag (5.) und damit keine 24 Stunden nach seiner Verletzung im Viertelfinale der Fußball-WM 2014 gegen Kolumbien an die Fußballfans seines Heimatlandes gerichtet und sie getröstet. Seinen Traum vom “Hexa”, dem sechsten Weltmeistertitel für Brasilien, habe er noch nicht aufgegeben. Wie er in der kurzen Botschaft versicherte, werde er zwar nicht auf dem Spielfeld, jedoch in Gedanken beim Titelkampf mit dabei sein. „Sie werden den Titel holen, und ich werde bei der Mannschaft sein. Ganz Brasilien wird zusammen feiern“ zeigte sich Neymar überzeugt.
Er bedankte sich zudem für den vielfältigen Zuspruch „in diesem sehr schwierigen Moment“. Zu diesem Zeitpunkt wusste auch der letzte im Land des fünffachen Weltmeisters, was ein Wirbelbruch bedeutet und vor allem wie er verursacht werden kann. Neymar hatte kurz vor Spielende das Knie des Kolumbianers Juan Zuniga aus vollem Lauf ins Kreuz bekommen und war vor Schmerzen auf dem Feld zusammengebrochen. Die Szene verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken, wurde dutzende Male im Fernsehen wiederholt. Bereits kurz drauf wurde die Diagnose bekannt, Mediziner erklärten per Telefon oder im Studio die Verletzung. Liveschaltungen noch weit nach Mitternacht zum Krankenhaus oder zum WM-Quartier der Seleção rundeten die Berichterstattung über das WM-Aus für den 22-Jährigen ab. Sogar Staatspräsidentin Dilma Rousseff sah sich veranlasst, ein Genesungstelegramm an den Topstürmer zu richten.
Die Verletzung ist nach Teamarzt Dr. José Luiz Runco allerdings gar nicht so schlimm, wie sie sich im ersten Moment anhört. Da die Wirbelsäule nicht beschädigt ist, ist weder ein operativer Eingriff nötig, noch werden Schäden zurückbleiben. Es dauert halt einfach nur Zeit und viel Ruhe, damit sie ausheilen könne. Nach Aussagen des Mediziners ist Neymar voll bewegungsfähig und kann sogar gehen. Als einzige Behandlungsmaßnahmen wurden Schmerzmittel und ein Lendengürtel verordnet. Neymar wurde am Samstag per Helikopter nach Guarujá im Bundesstaat São Paulo gebracht, um sich dort im Familienkreis zu erholen. Sollte er schmerzfrei sein, konnte er laut Runco jedoch am Dienstag im Halbfinale gegen Deutschland in Belo Horizonte mit auf der Bank sitzen und seine Mannschaftskameraden anfeuern.