Ein extremer Fall von Jugendkriminalität erschreckt Bewohner und Polizei im Süden Brasiliens gleichermassen. Ein 16-jähriger Jugendlicher aus Novo Hamburgo im Grossraum Porto Alegre hat laut Polizeiangaben während einer Vernehmung gestanden, seit Ende vergangenen Jahres 12 Menschen ermordet zu haben. Der letzte Mord geschah am vergangenen Montag, als er einen 39-jährigen Geschäftsinhaber mit 20 Schüssen aus zwei verschiedenen Waffen tötete und dabei sogar noch einen Revolver nachlud. Nach Angaben des jungen Mannes habe das spätere Opfer ihm den Zugang zum Geschäft verwehrt und eine Ohrfeige gegeben.
Die Brutalität und vor allem die Gefühlskälte bei dem Geständnis verursachte sogar den ermittelnden Beamten eine Gänsehaut. „Dann sagte er, er habe noch drei weitere Menschen getötet. Als sei es das normalste auf der Welt“ wird ein Polizist in den brasilianischen Medien zitiert. Nach und nach erhöhte sich im Laufe der Vernehmung die Zahl auf 12 Morde, wovon sechs inzwischen als verifiziert gelten und die Opfer eindeutig identifiziert und zugeordnet werden konnten. Bei den anderen sechs Tötungsdelikten laufen derzeit noch die Untersuchungen.
Der Jugendliche wurde nun zunächst für 45 Tage in die Jugendpsychatrie eingewiesen um ein Gutachten erstellen zu lassen. Nach Ablauf dieser Frist wird das zuständige Jugendgericht entscheiden, wie mit dem Jugendlichen weiter verfahren wird. Der Freiheitsenzug darf nach dem brasilianischen Gesetz für Kinder und Jugendliche drei Jahre nicht überschreiten. Derzeit wird jedoch in Brasilien eine Gesetzesvorlage beraten, in der die Strafmündigkeit von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt werden soll. Dann würde dem Jugendlichen eine lebenslange Haftstrafe drohen.