Den Anruf von 18:45 Uhr am 17. Juli 2007 wird Zilda Lopes Catussatto niemals vergessen können. Nach dem sie das Telefon zuhause abgenommen hatte, hörte sie eine vertraute Stimme: „Mama, ich werde ersticken!“
Am anderen Ende der Leitung war ihr Sohn Alexandre Lopes Catussatto. Der 27-jährige arbeitete seit 5 Jahren bei TAM Express und hielt sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebäude auf. Rund fünf Minuten nachdem der Airbus A-320 der Fluggesellschaft TAM mit 187 Personen an Bord in das direkt neben dem Flughafen Congonhas gelegene Fracht- und Logistikgebäude der Gesellschaft gerast war, entschloss er sich anscheinend noch einen letzten Anruf zu tätigen, nach dem er vermutlich festgestellt hatte, dass es keine Fluchtmöglichkeit gibt.
In der Familie brach selbstverständlich Panik aus. Der Bruder erreichte ihn sogar kurz darauf abermals auf dem Handy, allerdings konnte da Alexander schon keine vernünftigen Sätze mehr bilden. Vermutlich befand er sich kurz vor der Bewustlosigkeit durch die hohe Rauchentwicklung in dem Gebäude.
Seitdem gibt es keinerlei Informationen mehr über seinen Verbleib. Der Suche der Familie in verschiedenen Krankenhäusern in São Paulo blieb bis jetzt erfolglos. Alexander ist einer von acht Mitarbeitern der Fluggesellschaft, die derzeit noch vermisst und in den Trümmern des teilweise eingestürzten Gebäudes vermutet werden.
Bei dem schwersten Flugzeugunglück in der brasilianischen Geschichte kamen am vergangenen Dienstag in der Millionenmetropole vermutlich rund 200 Personen ums Leben, darunter alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der Maschine. Die genaue Zahl der Todesopfer am Boden ist noch nicht bekannt.