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Varig im Todeskampf

Datum: 10. April 2006
Uhrzeit: 12:19 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die marode Airline Varig (f)liegt in den letzten Zügen. Und helfen kann ihr so gut wie niemand. Auch die Mitarbeiter, die für morgen auf den wichtigsten brasiliansichen Flughäfen zum Streik aufgerufen haben, die Mitarbeiter, die einen Hilfebrief an Staatspräsident Lula geschickt haben, der Präsident der Fluglinie, der mit den Banken verhandelt – alle sind mittlerweile ohne Hoffnung.

Zeitungen spekulieren inzwischen nicht mehr ob, sondern nur noch darüber, wann die Gesellschaft ihren Flugbetrieb einstellt. Derweilen wird seitens der Firmenleitung um einen 90-tägigen Zahlungsaufschub gebeten, wenn nicht sogar gebettelt. Varig steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte, und womöglich in ihrer letzten. Jahr für Jahr hat die Airline Marktanteile verloren, sich auf den Lorbeeren der Erfolge der 90er Jahre ausgeruht.

Und inzwischen ruhen sich einige Maschinen bereits aus. Sie dürfen nicht mehr fliegen, weil das Geld für die Mindestwartungen fehlt. Andernorts stehen Maschinen zeitweise ohne Treibstoff auf den Flughäfen, bis eine andere Maschine das benötigte Bargeld bringt. Und seit 5 Monaten wurden keine Flughafengebühren bezahlt. Nein, kreditwürdig ist die Gesellschaft schon lange nicht mehr. Und die Hoffnungen des Sanierungsplanes aus dem Dezember vergangenen Jahres sind wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die Star Alliance versucht zu helfen, doch auch ihre Mittel sind begrenzt. Varig braucht für die kommenden Monate erneut 200 Millionen US-Dollar um den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Plus 70 Millionen US-Dollar, die den brasilianischen Flughäfen noch zustehen. Plus 90 Tage Zahlungsaufschub für andere Steuern und Gebühren. Und dies bei einem aktuellen Schuldenstand von 2.8 Milliarden US-Dollar. Wer glaubt dabei noch an eine Überlebenschance. Inzwischen bietet Ziehkind Varig-Log, das Transport- und Logistikunternehmen der Familie schon fleissig bei der Verteilung des Erbes mit. Und die Fluglinie Ocean Air hat bereits Lizenzen für die Slots für Starts und Landungen auf mehreren brasilianischen Flughäfen von Varig übernommen. Und dafür teilweise sogar Altschulden des zahlungsunfähigen Unternehmens beglichen. Natürlich alles unter dem Deckmantel der Kooperation. Klar dass TAM und GOL dem nicht nachstehen und sich mittlerweile ebenfalls für die interessantesten Lizenzen bewerben.

Das Image vom „brasilianischen Marführer Varig“ ist zerstört. Schlechter Service, schlecht gewartete Maschinen, Unzuverlässigkeit – solche Meinungen seiner Kunden kann sich keine Airline leisten. Die Passagiere springen ab und dies zuhauf. Somit kommt noch weniger Geld in die ständig leeren Kassen.

Und wie sagte es so schön ein führender Mitarbeitersprecher: „Varig hat 48 Stunden, um eine „neue Varig“ zu präsentieren, oder um die Firma zu schliessen!“ Noch windet sich Varig im Todeskampf – aber wie lange noch?

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Christian

    Ohoh! Dann sollte ich mich wohl lieber nach einem anderen transporteur für August umschauen, was?

  2. 2
    digdigger

    Ja, ein uralt Varig-Kunde, der seit ewigen Zeiten damit fliegt, hat jetzt auch bei TAM gebucht. Er will von Aunción nach Spanien und in einem Monat zurück. Und er hat noch 60.000 Meilen auf seinem Smiles-Konto. Alles egal. Sicherheit geht vor, sagt er. Er hat keine Lust, beim Rückflug mit seinem Ticket in Madrid hängenzubleiben.

    Die Cargo-Sparte scheint aber nicht betroffen zu sein. Oder suchst du einen Transporteur für dich und deine Lieben?

  3. 3
    Christian

    Ja, in diesem Fall geht es um einen ‚leiblichen‘ Transporteur 😉

    Die Meilen vom letzten Europa Urlaub haben wir zum glück schon verbraten. Aber ärgerlich schon, weil wir heute (!) buchen wollten und einen super Preis bei der Varig gefunden haben, aber jetzt wissen wir ja warum…

    Mist, jetzt geht es wieder los mit dem Suchen… 👿

  4. 4
    digdigger

    Naja, kannst ja noch eine Woche warten, dann ist es endgültig klar, ob wie und wann sie beerdigt wird …. 😐

  1. goFloripa Magazin

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