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Finanzstreit: kölnrio travel wegen BRA kurz vor Insolvenz

Datum: 22. April 2007
Uhrzeit: 23:53 Uhr
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Autor: Dietmar Lang
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(aktualisiert am 23.04.07, 13:50 h MEZ)

Die kölnrio travel GmbH steht vermutlich kurz vor der Insolvenz. Dies teilte der Geschäftsführer des Kölner Touristik-Unternehmens, Armin Truger, auf Anfrage am Montag mit. „Unser Unternehmen ist in einer sehr prekären Lage. Es ist möglich, dass wir Insolvenz anmelden müssen.“ erklärte er gegenüber einer Lokalzeitung.

kölnrio travel hatte im vergangenen Jahr eine Maschine der brasilianischen Fluggesellschaft BRA gechartert und führte auf einer neuen Strecke Direktflüge zwischen Köln und Rio de Janeiro durch. Später kam noch die Destination São Paulo hinzu. Doch der Service der brasilianischen Airline entsprach nicht den Anforderungen des Unternehmens und der Kunden. Letztere mussten oft grosse Verspätungen in Kauf nehmen.

Truger verwehrte sich gegen den Vorwurf, einen falschen Partner ausgewählt zu haben. Man habe das Unternehmen vor Vertragsabschluss durch amerikanische Spezialisten habe prüfen lassen. Damals habe BRA Expansionspläne vorgelegt, neue Flugzeuge sollten angeschafft werden.

Doch durch den schlechten Service und die häufigen Verspätungen, die sich schnell herumsprachen, gingen die Buchungen zurück. So musste eine der beiden wöchentlichen Verbindungen bereits gestrichen werden. Zudem sind nach Aussage Trugers aufgrund von Umbuchungen und Hotelaufenthalten inzwischen Forderungen in sechsstelliger Höhe gegen die Fluglinie aufgelaufen.

BRA selbst erklärte mittlerweile, dass die Route aufgrund von Aussenständen seitens kölnrio travel eingestellt worden sei. Allerdings würden alle Passagiere noch zu ihrem jeweiligen Startflughafen zurückgebracht. Für rund 280 Passagiere in Brasilien habe man für Dienstag mit der BRA die Heimreise organisiert, weitere 120 Reisende hätten mit den Rückflug keine Eile. Sie hätten ohnehin geplant, erst in einigen Wochen oder Monaten nach Deutschland zurückzukehren. In Köln warten derzeit nur etwa 50 Reisende auf einen Rückflug nach Brasilien.

Inzwischen haben sich betroffene Reisende aus Rio de Janeiro in Internetforen zu Wort gemeldet. Unter „brasilienfreunde.net“ schreibt User vagabundo unter anderem: „einziger lichtblick: die bra bezahlt ein echt geiles hotel (guanabarra palace/ centro), 3 mahlzeiten pro tag und den rueckflug nach koeln.“ [sic]

Unklar ist jedoch, wer am Ende tatsächlich für die Hotelkosten der Urlauber während der Wartezeit in Rio de Janeiro und für die Kosten des Rücktransports aufkommt. kölnrio travel sieht sich derzeit mit hohen Forderungen konfrontiert, kann diese jedoch noch nicht genau beziffern. Auch von bis zu 1.000 Stornierungen, die das Touristik-Unternehmen durchführen musste, ist derzeit die Rede. Die Firma beschäftigt 10 Mitarbeiter in Köln und Frankfurt.

Nach Aussage von Truger trägt BRA die alleinige Schuld. Er selbst habe immer wieder die Unzuverlässigkeit der Airline beanstandet. Zudem wollte BRA eigenmächtig die Flugtage verlegen und hätte sich damit nicht an die abgeschlossenen Verträge gehalten.

Sicherheitsmängel habe es an den eingesetzten Maschinen jedoch nie gegeben, so Truger. BRA verfüge nur über 2 Langstreckenmaschinen, und eine davon sei nicht wie behauptet wegen Mängeln, sondern lediglich zu einem Routinecheck für mehrere Wochen aus dem Verkehr gezogen worden.

kölnrio travel versucht nach eigenen Angaben nun, neue Partner zu gewinnen, um doch noch die gebuchten Flüge im Sommer durchführen zu können. Dabei sei man sowohl mit brasilianischen als auch mit deutschen Gesellschaften in Verhandlung. Aufgrund des Beginns des Sommerflugplanes könnte es aber schwierig werden, umfassenden Ersatz zu finden.

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