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GOL 1907: Fluglotsen vermutlich verantwortlich für Katastrophe

Datum: 03. Oktober 2006
Uhrzeit: 20:48 Uhr
Ressorts: Panorama, Tourismus
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Auch knapp 5 Tage nach dem verherrenden Flugzeugunglück im Mato Grosso, bei dem 155 Menschen ums Leben kamen, dauern die Bergungsarbeiten weiter an. Aus dem unwegsamen Gelände, welches fast ausschliesslich aus dichtem Regenwald besteht, sind bis zur Stunde nur rund 50 Leichen geborgen worden. Helfer vor Ort gehen davon aus, dass auf keinen Fall alle Leichen gefunden werden könnten und die Bergung mindestens 10 Tage andauern würde. Im hinteren angebrochenen Rumpfstück wurden indessen rund 100 Leichen gezählt. Zu stark sei der Aufprall der Boeing 737-800 gewesen.

Es ist das schwerste Unglück in der brasilianischen Luftfahrt. Und die Fehleranalyse dauert an. Wie kam der Zusammenstoss mit dem Business-Jet von Typ Embraer Legacy zustande? Die kleine Maschine, die „nur“ eine abgebrochene Tragflächenspitze zu beklagen hat, konnte mit ihren 7 Passagieren an Bord noch auf einem Militärstützpunkt notlanden. Der GOL-Linienflug von Manaus über Brasilia nach Rio de Janeiro zerschellte nach wenigen Kilometern im Urwald.

Möglicherweise sind die Fluglotsen schuld. Fehlerhafte Absprachen der Flugkontrolle hätten eventuell den Zusammenstoss verursacht. Die Maschinen kamen sich auf unterschiedlicher Höhe direkt entgegen. Der GOL-Flug auf 35.000 Fuss, die Legacy auf 37.000 Fuss. Die Legacy bekam aus Brasilia die Anweisung, diese Höhe beizubehalten, während die Flugkontrolle in Manaus der GOL gestattete, die Flughöhe auf 39.000 Fuss zu steigern. Während dieses Steigfluges, die Boeing 737 kam also von unten, streifte sie die Legacy und riss ihr einen Teil der Tragfläche weg. Soweit die derzeitigen Vermutungen.

Welche Auswirkungen dies im geschilderten Fall für die Boeing selbst hatte, ist nachwievor unklar. Experten schliessen nicht aus, dass das grosse Flugzeug dann am Rumpf aufgeschlitzt wurde. Doch dies werden erst die Untersuchungen in den nächsten Wochen aufzeigen können.

Genauere Hinweise auf den Unfallhergang erwarten die Experten nun auch durch die Auswertung der Flugschreiber, die zwischenzeitlich aus dem Wrack geborgen wurden. Die BlackBox der Legacy wurde bereits vorgestern zur Auswertung nach Brasilia geschickt.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    PEDRO BORGES

    Was ich im obigen Artikel gelesen habe ist sicherlich falsch, da es keine Bestätigung gibt, dass solche eine Anweisung dem Piloten der Boeing 737 gegeben wurde. Wer diesen Artikel schrieb hat sehr wenig gelesen und gesehen, die Nachrichten nicht richtig gefolgt und sollte auf sich die Verantwortung nehmen, mehr darüber zu informieren aber mit Respekt und Seriosität.

    EIN LESER

  2. 2
    digdigger

    Sehr geehrter LESER,

    wie in dem Bericht ebenfalls zu lesen ist, schreibe ich von „derzeitigen Vermutungen“. Ich beziehe meine Informationen selbstverständlich nicht aus 1. Hand sondern auch aus den brasilianischen Medien. Der Artikel ist übrigens vom 03. Oktober und inzwischen hat sich die Informationslage natürlich verändert. Nur ändere ich meinen Blog danach nicht mehr ab. So kann man sich ein besseres Bild von dem kompletten Vorgang machen (vorausgesetzt, man liest dann auch alle Artikel und pickt sich nicht nur einen heraus).

    Auch spreche ich nicht von „Anweisung“, sondern von „gestatten“. Vielleicht sollte sich der geneigte LESER doch noch etwas intensiver mit den damaligen Informationen auseinandersetzen.

    Die Infos zur Veränderung der Flughöhe waren in dutzenden brasilianischen Tageszeitungen zu lesen. Nachfolgend ein Zitat von „Correio da Manhã“:

    „Fontes do sector da aviação brasileira asseguram que nas gravações está registado um pedido do piloto do Boeing (voo 1907 de Manaus para o Rio de Janeiro) para subir de 35 mil pés para 39 mil pés às 16h35 de sexta-feira. O Legacy estaria então a 37 mil pés e o acidente aéreo terá ocorrido por volta das 17h00.“

    Mit freundlichen Grüssen

    der VERFASSER