Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro feiert 60. Jubiläum

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Datum: 17. Juni 2010
Uhrzeit: 21:47 Uhr
Ressorts: Tourismus
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Autor: Dietmar Lang
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Auf den Punkt genau 60 Jahre nach der feierlichen Einweihung des ehrwürdigen Maracanã-Stadions erstrahlte in der Nacht zum Donnerstag die Teilüberdachung der Arena im Herzen Rio de Janeiros in den Farben grün und gelb. Am 16. Juni 1950 standen sich hier die Auswahl-Mannschaften der Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo gegenüber und seitdem haben Millionen von Menschen den Fussball-Tempel besucht.

Die spektakuläre Illumination ist jedoch nicht nur Teil der Geburtstagsfeierlichkeiten sondern auch ein Bekenntnis zum brasilianischen Fussball. Genauer gesagt für die Nationalmannschaft, die derzeit in Südafrika um den 6. Weltmeistertitel für das grösste Land Südamerikas kämpft. Neben der Überdachung erstrahlt seitdem auch die Statue von Bellini und ein Zugangsweg in den Farben der Seleção.

Die aktuelle Kader der brasilianischen Nationalelf hat sich am Donnerstag im Mannschaftsquartier in Johannesburg einmal die Zeit genommen und ein paar Erinnerungen über das Maracanã ausgetauscht. Eine sind noch heute von den Torer des Superstars Romario begeistert, andere blicken lieber auf eigene Erfolge zurück. Ein ausführlichen Bericht darüber findet man im Artikel „60 Jahre Maracanã – die Seleção schwelgt in Erinnerungen“ auf dem Brasilien WM 2014 FanMagazin.

Eine Ausstellung erläutert den Besuchern noch bis zum 11. Juli – dem Finaltag der diesjährigen WM – die Geschichte des Fussball-Tempels, in dem ein Sieg mehr zu zählen scheint als in einem anderen Stadion. Hier schoss Pelé sein ein-tausendstes Tor, hier erlebte Brasilien 1950 die bittere WM-Niederlage. All dies wird in der Exposition gezeigt, daneben gibt es Einblicke in die Bauzeit und einen Ausblick auf die Umgestaltung für die kommende Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Aber auch Reliquien aus der 60-jährigen Geschichte sind zu sehen, unter anderem ein Trikot von der leider viel zu früh verstorbenen Fussball-Legende Garrincha.

Im Aussenbereich werden die Besucher von einem riesigen Schriftzug begrüsst: „60 gut gespielte Jahre und viel mehr Begeisterung auf dem weiteren Weg“. In den Zugangswegen wurden ebenfalls einige geschichtsträchtige Bilder aufgehangen. Neben wichtigen Momenten im brasilianischen Fussball wurde auch anderen berühmten Gästen gedacht, darunter Madonna, Frank Sinatra, die Rolling Stones oder Papst Johannes Paul II.

Eine dauerhafte Einrichtung im „Estádio Jornalista Mário Filho“, so der offizielle Name der Arena, ist unter anderem die „calçada da fama“. Auf dem „Gehweg des Ruhms“ findet man die Fussabdrücke der wohl grössten Ausnahmetalente, die Brasiliens Fussball jemals hervorgebracht hat: Didi, Tostão, Vavá, Ribelino, Pelé, Nilton Santos, Falcão, Edmundo, Romário, Renato Gaúcho und viele mehr. Der Spieler Zico und der Sportkommentator João Saldanha bekamen sogar kleine Statuen am Eingang der Ehrentribüne. In den Hauptreisezeiten kommen bis zu 2.000 Touristen täglich, um das leere Stadion zu besichtigen.


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Ab August ist es dann damit vermutlich erst einmal vorbei. Dann beginnen die Umbauarbeiten für die Weltmeisterschaft 2014. Bis Dezember 2012 soll das Maracanã gründlich renoviert und den FIFA-Anforderungen angepasst werden. Die Kapazität sinkt dabei von derzeit 88.000 auf 83.000 Zuschauer, die Plätze müssen unter anderem einer erweiterten Pressetribüne und zusätzlichen Logen weichen. Die Gesamtkosten werden derzeit mit 300 Millionen Euro angegeben, unter anderem soll auch die Sicht aufs Spielfeld, die Betreuung und der Komfort der Besucher sowie die Sicherheit verbessert werden.

Im Juli 2013 wird das Maracanã dann bereits als Austragungsstätte für den Konföderationen-Pokal dienen, ein Jahr später werden an gleicher Stelle im Rahmen der Fussball-WM 2014 einige Gruppenspiele, Partien der K.O.-Runden und vor allem das Finale ausgetragen. Zwei Jahre später ist es Wettkampfstätte und Ort der Eröffnungs- und Schlusszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro.

Die Ausstellung im Maracanã-Stadion ist noch bis zum 11. Juli 2010 täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Reais (derzeit ca. 9 Euro).

Foto: REUTERS/J. P. Engelbrecht

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