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Rio de Janeiro – Tag 9 + 1/2

rio-rcol

Datum: 24. November 2005
Uhrzeit: 01:04 Uhr
Ressorts: Tourismus
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Toledo hat mich wieder! Mit über 13 Stunden Verspätung zwar, aber immerhin!

13 Stunden Verspätung, weil ich 2 Minuten zu spät am Busbahnhof in Foz do Iguaçu war. Dabei hatte alles so gut angefangen. In Botafogo in Rio gegen 13 Uhr den richtigen Bus zum Flughafen erwischt, beim Check-In aus Versehen einen Business-Platz bekommen, der Flieger ging pünktlich um 15.20 Uhr los, beim Landeanflug auf Foz noch die Wasserfälle bewundern dürfen und dann auch noch als Krönung als Allererster gegen 17.30 Uhr den Koffer bekommen (er war wirklich der Erste, der auf dem Laufband reinkam). Voller Vorfreude auf Zuhause und gut in der Zeit.

Doch dann ging es los. 25 Minuten auf den Bus zum städtischen Busbahnhof warten. Der steht dann noch im Feierabendstau. Dann wiederum 10 Minuten auf den Bus zum Überland-Busbahnhof warten. Dort gegen 18.45 Uhr angekommen, sah ich auf dem Weg zum Ticket-Schalter den Bus noch auf seinem Gate stehen. Doch als ich an der Reihe war, fuhr er planmässig gerade weg.

foz-busbahnhof

Naja, den nächsten Bus nach Cascavel hätte ich ja nehmen können, doch der kommt erst um 22.15 Uhr und somit 15 Minuten nach der Abfahrt des letzten Busses nach Toledo dort an. Über das hier schon mehrfach beschriebene Städtchen Ceú Azul geht nach 16 Uhr auch nichts mehr. Nun hatte ich 4 Optionen zu übernachten: Foz, Cascavel, Ceú Azul oder Matelândia. Die ersten Drei sind die erwähnten Busbahnhöfe mit teuren Hotels, die ich mir nicht leisten wollte. Und im Bahnhof schlafen wollte ich auch nicht. Aber in Matelândia lebt die Schwester meiner Frau mit ihrer Familie, und es liegt genau auf meiner Route ungefähr auf halber Wegstrecke nach Toledo.

Also den nächsten Bus nach über einer Stunde Warterei um 20.15 Uhr nach Matelândia genommen und als Überraschungsgast in der privaten Pousada eingecheckt. Soweit war alles in Ordnung, Bett, Essen und Trinken und natürlich reichlich Gesprächsstoff bestimmten die restliche Nacht (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge!)

Am nächsten Morgen, als am heutigen Mittwoch, sollte es um 7.45 Uhr weitergehen nach Ceú Azul und von dort um 8.15 Uhr nach Toledo. Denn jetzt musste ich nicht mehr den Umweg über Cascavel machen. Doch der Busfahrer des Busses, in den ich Zusteigen sollte, hat es tatsächlich geschafft, auf der 90 minütigen Fahrt von Foz nach Matelândia über 45 Minuten Verspätung einzufahren. So kam ich erst gegen 8.50 Uhr in Ceú Azul an, wo man mir eröffnete, dass man selbstredend mein Ticket ändern würde. Es wäre gar kein Problem, ich kann den Bus um 10.45 Uhr nehmen. Es klang so freundlich und kulant, ich konnte mich fast nicht aufregen. Welche Ehre und Großzügigkeit wurde mir hier zuteil. Doch nachdem ich nochmal kurz nachgerechnet hatte, dass dies wiederum 2 Stunden sinnloses Rumsitzen bedeuten würde, habe ich der Allgemeinheit im Umkreis von 50 Meter einschliesslich der verschreckten Ticketverkäuferinnen genau erklärt, warum ich mich etwas lauter artikuliere als normal.

Wenigstens war der Metropolitana nach Toledo im Plan und so kam ich kurz nach 12 Uhr zuhause an. Hätte ich am Vortag den besagten Bus um 18.45 Uhr noch erwischt, wäre ich bereits nachts um 23 Uhr durch meine Haustür geschritten.

All dies mit der von mir in diesem Blog immer so hochgepriesenen Busgesellschaft Princesa dos Campos. Gut, dass ich zu spät kam, dafür können sie ja wirklich nichts. Und dass der Fahrplan nunmal so ist wie er ist, damit muss ich auch leben. Toledo liegt ja auch nicht auf einer Hauptstrecke und ist, wie ich finde, trotzdem gut angeschlossen.

Was mich am meisten geärgert hat ist irgendeine bürokratische Scheisse (ich muss dieses Wort hier und jetzt verwenden). Es wäre ja alles ok gewesen, wenn ich vor 22 Uhr in Cascavel gewesen wäre. Und siehe da, um 19.15 Uhr und um 19.30 Uhr sind zwei Busse von zwei anderen Gesellschaften nach São Paulo losgefahren und haben in Cascavel planmässig vor 22 Uhr Halt gemacht. Nur durfte man mir kein Ticket Foz – Cascavel verkaufen. Die einzige Möglichkeit wäre, ein Ticket Foz – São Paulo zu kaufen. Kostenpunkt 108 R$, bzw. 111 R$. Mir stünde es ja frei, bereits in Cascavel auszusteigen. Ich habe fast die Nerven verloren und mir erstmal ein Bierchen gönnen müssen.

Denn ein Ticket Foz – Cascavel kostet schlimmstenfalls 20-25 R$. Ich habe natürlich nach den Gründen gefragt, aber man konnte oder wollte es mir nicht genau erklären. Es wäre kein Gesetz, sondern irgendeine Konzessionsgeschichte, damit lokale Busgesellschaften nicht benachteiligt werden oder so ein Kram. Dabei riet mir ja der Ticketverkäufer von Princesa dos Campos, es bei den anderen Gesellschaften zu versuchen. Als ich ihm später davon erzählte, war er sehr erstaunt. Denn eine dritte Gesellschaft hätte mir ein Ticket verkauft. Zwar zu deren Minimalpreis von 31 R$, jedoch ging der Bus erst um 20.30 Uhr und dies wäre ebenfalls zu spät gewesen.

Aber was soll man machen. Vielleicht sollte ich froh sein, dass ich gesund und munter wieder hier in Toledo bin, mein Gepäck auch mit ankam und ich einen netten Abend mit der Verwandtschaft meiner Frau verleben durfte. Und vielleicht sollte ich froh sein, dass ich mir 25+10+60+45+110 Minuten, also insgesamt 250 Minuten Bushaltestellen und Busbahnhöfe habe ansehen dürfen. Und alles das war im Fahrpreis mit drin! Auch die 13 Stunden Verspätung haben mich nicht extra gekostet! Halt nur ein paar Nerven!

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