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Banditen ohne Tabus: 91-jähriger Brasilianer in Paraguay entführt

Datum: 31. August 2008
Uhrzeit: 00:08 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die wirtschaftliche Situation in Paraguay verschlechtert sich zusehends. Immer mehr Arbeitslose, dazu landlose Bauern, keine sozialen Sicherungssysteme. In diesem Rahmen ist in den vergangenen Jahren ein dramatischer Anstieg an Kriminalität zu verzeichnen. Auch ist Paraguay mittlerweile ein riesiger Umschlagplatz für kolumbianische und bolivianische Drogen geworden. Korrupte Polizei, Miss- und Vetternwirtschaft und ein chaotisches Regierungssystem machen aus dem Binnenstaat im Herzen Südamerikas einen riesigen Problemherd, der inzwischen die Grenzen zu den Nachbarländern überschritten hat.

Paraguays Bevölkerung besitzt einen ausgeprägten Patriotismus, der in den letzten Jahren leider immer häufiger in Gewalt gegenüber Ausländern im Land umschlägt. Besonders in den Grenzregionen müssen brasilianische Grundbesitzer mittlerweile um ihr Leben fürchten. Streitigkeiten mit Landlosen, die sich durch die Wahl des Präsidenten Fernando Lugo nun im Recht sehen, Enteignungen fordern und auch vor Landbesetzungen und Erntevernichtungen nicht zurückschrecken, sind an der Tagesordnung. Oder die Grundbesitzer werden Opfer von Entführungen. Immer mehr Unternehmer und Grossbauern müssen inzwischen persönliche Sicherheitsdienste beauftragen, welche die Farmen und deren Bewohner rund um die Uhr bewachen.

Für Aufsehen sorgt nun die Entführung des 91-jährigen Américo Bothelo Viera, der sogar Mitglied des paraguayischen Bauernverbandes ist und in der Grenzregion zum Mato Grosso do Sul auf seiner Fazenda lebt. Dort in Yby Yaú in der Provinz Concepción, rund 450 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Asunción entfernt, wurde der alte Mann am frühen Freitagmorgen zusammen mit einem Angestellten von einer Gruppe bewaffneter Banditen gewaltsam an einen unbekannten Ort verschleppt.

Yby Yaú, Concepción, Paraguay

Américo ist in der Region eigentlich ein bekannter und geachteter Mann, umso erschreckender erscheint die Tat zumindest für Eulalio Gómez, welcher dort beim regionalen Bauernverband arbeitet und der „sehr besorgt über die Situation ist, die nun eingetreten ist“. In der Regel sind solche Persönlichkeiten tabu für kriminelle Akte, Gefahr drohte bislang eher frisch zugezogenen ausländischen Investoren oder unbeliebten Anwohnern der Region.

Aus Polizeikreisen war bislang lediglich zu vernehmen, dass die Entführer zwischenzeitlich Kontakt mit Familienangehörigen aufgenommen haben und ein Lösegeld in Höhe von 300.000 US-Dollar fordern. Die Entführung ist der zweite grössere Fall innerhalb eines Monats. Bereits am 01. August wurde der 58-jährige Luis Alberto Lindstron in der Provinz San Pedro im Herzen Paraguays entführt. Er ist wie Américo Hühnerzüchter und auch hier werden laut örtlichen Medienberichten 300.000 US-Dollar Lösegeld verlangt.

Nachtrag: Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf paraguayische Polizeikräfte berichtet, ist Américo Bothelo Viera zusammen mit seinem Angestellten in der Nacht zum Sonntag freigelassen worden. Laut dem zuständigen Staatsanwalt wurden die beiden rund 150 Kilometer entfernt in unmittelbarer Grenznähe von Brasilien auf freien Fuss gesetzt. Vermutlich erfolgte zuvor die Übergabe des geforderten Lösegeldes in Höhe von 300.000 US-Dollar. Nähere Informationen liegen dazu jedoch nicht vor. Die beiden Männer wurden inzwischen in ihren Heimatort zurück gebracht.

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