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‚Bischof der Armen‘ Fernando Lugo gewinnt Präsidentschaftswahlen in Paraguay

Datum: 20. April 2008
Uhrzeit: 19:58 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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lugoDer ehemalige Bischof Fernando Lugo hat die Präsidentschaftswahlen in Paraguay klar gewonnen. Der Anführer der Patriotische Allianz für den Wechsel (APC) erreicht ca. 41 Prozent der Stimmen (mehr…) und liegt damit stolze 10 Prozent vor seiner ärgsten Konkurrentin Blanca Ovelar von der Nationalen Vereinigung der Republikaner (ANR). Der Ex-General Lino Oviedo kommt auf ca. 22 Prozent der Stimmen.

Der Befreiungstheologe, der im Rahmen seiner Kandidatur vom Vatikan suspendiert wurde, ist besonders bei der armen Bevölkerung beliebt und konnte vermutlich durch eine hohe Wahlbeteiligung in dieser Bevölkerungsgruppe wichtige Stimmen holen. Die Wahl verlief bis auf einige Zwischenfälle ruhig. In Paraguay gilt zwar die Wahlpflicht, die Geldbusse bei Nichterscheinen ist jedoch sehr gering, so dass nur etwa 66 Prozent der knapp 2.9 Millionen Wahlberechtigten zur Urne gingen. Der Präsident in dem von Korruption gezeichneten Land im Herzen Südamerikas wird für 5 Jahre gewählt und darf nicht erneut kandidieren. Es war die fünfte demokratische Wahl seit Ende der Diktatur im Jahr 1989.

Tausende bejubelten nach dem Wahlsieg ihren zukünftigen Präsidenten und feierten friedlich bis weit nach Mitternacht (Foto: ABCcolor)Der Wahlsieg Lugos ist jedoch auch ein Meilenstein in der Politikgeschichte Paraguays. Nach 61 Jahren ist erstmalig eine andere Partei als die von Diktator Alfredo Stroessner geprägte Colorado-Partei, wie die Republikaner auch genannt werden, in dem Binnenstaat an der Macht. Viele Paraguayer – Tausende davon in der Hauptstadt Asunción – feierten das Ergebnis bis weit nach Mitternacht friedlich auf den Strassen. Nur vereinzelt kam es zu kleineren Rangeleien. Die Angänger der Allianz sehen in dem hohen Wahlsieg nun den Beginn einer echten Demokratie und eines Wandels zur Gleichberechtigung im eigenen Land.

Fernando Armindo Lugo wurde 1951 geboren und ist von Beruf Lehrer. Als katholischer Bischof hat er in einer Diozöse in einer der ärmsten Regionen des Landes mit der Landlosenberwegung zusammengearbeitet. 2006 trat der “Bischof der Armen” der Organisation “Bürger-Widerstand” bei, in der sich verschiedene Oppositionsparteien, Gewerkschaften und zivile Organisationen zusammengeschlossen hatten. Hauptthema seines Wahlkampfes war “einen Staat nach den Interessen der Bürger zu bilden” sowie “eine wirtschaftliche Entwicklung unter der Beteiligung der Zivilgesellschaft, des Staates und des Privatsektors anzustossen”. Zudem will Luga die Verträge der zwei binationalen Wasserkraftwerke Itaipu (Brasilien) und Yacyretá (Argentinien) neu aushandeln. Die neugewählte Präsident tritt sein Amt am 15. August an.

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