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Ecuadors Präsident Correa beschwört den Krieg herauf

Datum: 05. März 2008
Uhrzeit: 02:47 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Ecuadors Präsident Correa trägt bislang nichts zur Deeskalation der Krise in Südamerika bei (Foto: globo.com)

Ecuadors Präsident Correa trägt bislang nichts zur Deeskalation der Krise in Südamerika bei (Foto: globo.com)

Ecuadors Präsident Rafael Correa mässigt sich auch nach der Entschuldigung des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe nicht im Ton. Derzeit befindet sich das Staatsoberhaupt auf einer Rundreise durch die Nachbarländer, um „die Position Ecuadors zu erläutern.“ Correa trifft im Rahmen seiner ausserplanmässigen Rundreise am Mittwoch auch zu einem Kurzbesuch mit Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva in Brasília zusammen, um die Krise zu diskutieren und die „Position Ecuadors“ klarzustellen.

In einer Pressekonferenz am späten Dienstagabend in Argentinien fand er nochmals harsche Worte für seinen nördlichen Nachbarn. „Meine Heimat wurde von einer Regierung von Schurken angegriffen“ so Correa. „Nachdem Ecuador angegriffen wurde, kann Uribe jedes Land bombardieren. Wir müssen das Übel an der Wurzel abschneiden um das beste für die Region zu erreichen. Vielleicht sind die nächsten Bomardierungen in Brasilien, Peru, Panama, alles mit dem Argument, dass Terroristen in dem Land existieren.“

Correa sieht zudem in dem kolumbianischen Präsidenten einen Kriegstreiber und eine Gefahr für Südamerika. „Wir stehen einem regionalen Problem gegenüber. Uribe will keinen Frieden, er will Krieg. Er ist ein Faktor der Instabilität in der Region.“

Das Staatsoberhaupt von Ecuador begrüsste zudem die Haltung der brasilianischen Regierung, welche die Grenzverletzung verurteilt hatte. Desweiteren forderte er die Organisation der amerikanischen Staaten auf, die Vorgehensweise Kolumbiens ebenfalls zu verurteilen. Kolumbien müsse sich entschuldigen [was im Laufe der vergangenen Tage bereits zweimal geschehen ist | Anm. d. Red.] sowie eine Garantie abgeben, dass es keine neuen Attacken gebe.

In der Pressekonferenz in Argentinien erinnerte Correa zudem daran, dass er selbst Kolumbien bei Verhandlungen bezüglich der Freilassung von Geiseln geholfen habe. Für ihn hat Uribe beschlossen, bei dem Angriff auf die Farc in Ecuador bis zum Letzten zu gehen. „Er dachte, dass ihm der Kopf eines Guerilleiros die Wahl garantiert“ so Correa wörtlich.

Der vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez stark unterstützte Correa liess während der Pressekonferenz nicht selten das Wort „Lüge“ fallen, um die Rechtfertigungen Kolumbiens für den Angriff zurückzuweisen. Auch nannte er wiederholt das Wort „Lügner“ in Bezug auf Alvaro Uribe. Dieser sei zudem eine Marionette der USA. Einen Krieg will er aber eigenen Angaben zufolge nicht beginnen. Allerdings zeige die Attacke auf sein Land, dass „wir in kriegerischen Zeiten sind“.

„Von der kolumbianischen Regierung erwarte ich gar nichts. Uribe lügt. Ich weiss, dass er lügt und verleumndet, und nachdem ich gesehen habe, wie er die Angriffe rechtfertigt, erwarte ich überhaupt nichts mehr, aber von der internationalen Gemeinschaft erwarte ich eine rigerose Verurteilung“ so Correa.

Alle diplomatischen Möglichkeiten sollen seiner Meinung nach genutzt werden, um das Problem mit Kolumbien zu lösen. Er dankte dabei auch dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und hofft auf die „gleiche Kollegialität“ anderen Ländern der internationalen Gemeinschaft bei der „Hilfe gegen eine Regierung, die den Krieg will.“

Uribe hat inzwischen bekräftigt, dass er ungeachtet der Truppenbewegungen in Venezuela und Ecuador keinerlei Soldaten in die Grenzregionen schicken will. „Wir haben kein Interesse an einem Krieg, aber wir haben jedes Interesse an der Vernichtung des Terrorismus mit Mitteln des Militärs und der Justiz“ so der kolumbianische Präsident nach einem Treffen mit dem ehemaligen Kongressabgeordenten Luiz Eladio Pérez, der letzte Woche freigelassen wurde und sich fast sieben Jahre in der Gewalt der Farc befand.

Zudem bekräftigte er, dass Kolumbien „der Welt sagen will“, dass man 40 Jahre unter dem Terrorismus gelitten hat und man nicht erlauben wird, dass „ein einziges Land oder eine einzige Regierung sich mit den Terroristen solidarisiert oder Komplizen derer wird“. Auch stellte er fest: „Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind nicht schwach“ und ergänzte: „Wir können nicht erlauben, dass Terroristen, die in einem anderen Land Zuflucht [bzw. Schutz | Anm. d. Red.] suchen, dass Blutvergiessen unserer Landsleute verursachen.“

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