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Vorlauter Chávez provoziert Konflikt in Südamerika

Datum: 04. März 2008
Uhrzeit: 22:07 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Die Krise zwischen Kolumbien, Ecuador und Venezuela spitzt sich zu. Obwohl sich Kolumbiens Staatspräsident Alvaro Uribe inzwischen zweimal bei Ecuador für die Verletzung der territorialen Souveränität des Nachbarlandes entschuldigt hat, bewerfen sich die mittlerweile verfeindeten Lager gegenseitig Vorwürfe um die Ohren.

Das von den USA unterstützte Kolumbien ist am Samstag rund zwei Kilometer in Ecuador eingedrungen und hat dort rund 20 Kämpfer der kolumbianischen Rebellenorganisation Farc getötet. Darunter war auch einer der Anführer der seit 40 Jahre kämpfenden Guerillatruppe, die über 700 Geiseln gefangen hält.

Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez reagierte mit scharfen Worten und bezeichnete Uribe als „Schosshündchen“ des „Imperalisten“ [USA] sowie als Drogenhändler und Kriegstreiber. Uribe wiederum wirft Chávez mittlerweile vor, die Farc mit 300 Millionen US-Dollar unterstützt zu haben und beabsichtigt eine Klage beim internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen „Unterstützung und Anstiftung zum Genozid“. Entsprechende Daten seien auf einem Computer der Rebellen gefunden worden, die Daten sollen nun mit internationalen Beobachtern ausgewertet werden. Ecuadors Präsident Rafael Correa ging nach der Ankündigung über die Anklage Chávez mit scharfen Worten gegen Uribe vor. Auf die Entschuldigungen ging er nicht ein. Vielmehr nannte er die kolumbianische Militäraktion wiederholt eine „geplante und vorsätzliche Verletzung der Souveränität“. Zuvor hatte erschon betont, dass „nicht auszuschliessen sei“ dass der Angriff nur erfolgt sei, um „die Freilassung von Geiseln zu verhindern“. Provozierende Anschuldigungen gegen einen Präsidenten, dessen Vater von der Guerilla ermordert wurde.

Chávez und Correa symphatisieren nun offen mit der Farc und provozieren Kolumbien (Foto:revolucionaldia.org)

Chávez und Correa symphatisieren nun offen mit der Farc und provozieren Kolumbien (Foto:revolucionaldia.org)

Und obwohl sich die Operation in einem unkontrollierbaren Dschungelstreifen irgendwo im tiefsten Regenwald abspielte, wo keine Grenzposten existiert und vermutlich noch nicht einmal Grenzmarkierungen existieren und diese erst recht niemanden interessieren, droht Venezuela seinem Nachbar Kolumbien mit Krieg. Und verlegt genau wie Ecuador Truppen in die Grenzregion. Auch die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien wurden auf Eis gelegt, Botschafter abberufen bzw. des Landes verwiesen. Und dies nur wegen dem Kampf gegen Rebellen, die seit über 40 Jahren das Land terrorisieren?

Deutlich wird bei allen Aktionen der vergangenen Tage, das der Feind nicht in Kolumbien steckt. Und dass es eigentlich auch nicht um die Farc geht, die ja ihren Kampf neben politischen Spenden ausschliesslich durch Drogenanbau und Lösegelderpressungen finanziert. Es ist ein deutlicher Affront gegen die USA, die in der Region nur noch in Kolumbien präsent sind. Es ist auch inzwischen kein Geheimnis mehr, dass Venezuela und Ecuador mit der Farc symphatisieren. Ob nun tatsächlich Petrodollar in den Dschungel geflossen sind ist fast schon nebensächlich. Da Ecuador das Militär vor geraumer Zeit aus der Grenzregion abgezogen hat, damit die Farc dort in Ruhe und Frieden ihre Gefangenen unterbringen konnte und dass sich Ecuadors Sicherheitschef mit der Farc getroffen hat, angeblich um über die Freilassung von Geiseln zu sprechen, ist allerdings mittlerweile bestätigt.

Sollte jetzt ein Krieg wegen einigen getöteten Rebellen ausbrechen, die die halbe Welt als Terroristen ansieht, dürfte ein für alle Mal klar sein, dass im Norden Südamerikas mit Chavez ein Despot an der Macht ist, der unberechenbar seinem Hass gegen die USA und deren Verbündete freien Lauf lässt – zur Not auf Kosten der Stabilität einer ganzen Region. Da kann und will US-Präsident Bush nicht schweigen. Amerika stehe auf Seiten Kolumbiens, welches im eigenen Land gegen Terror und Drogenanbau kämpfe und werde es jederzeit unterstützen, so das amerikanische Staatsoberhaupt, welches damit eine nur allzu deutliche Botschaft nach Caracas schickte.

In Brasilien findet Chávez derzeit noch keinen Verbündeten. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva schlägt genauso wie Chile einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Situation vor. Doch das brasilianische Staatsoberhaupt geht noch einen Schritt weiter und fordert einen eigenen Sichrheitsrat für Südamerika. Zugleich bekräftigte Lula den Anspruch auf einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat. Eskalieren dürfe die Situation nun aber auf keinen Fall.

Daher versuchen derzeit alle politischen Kräfte – von der EU über die UNO bis hin zu den Nachbarländern – die Krise auf diplomatischem Weg zu entschärfen. Wobei eigentlich allen eines klar ist: die Situation ist entschärft, wenn Chavez endlich einmal das tut, was der spanische König ihm zuletzt geraten hatte. Einfach mal die Klappe halten!

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Kommentarbereich

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  1. 1
    rallep

    hat niemand auf dieser welt zeit sich mal um diesen psychopaten zukuemmern? schade das amerika gerade im nahen osten alle haende voll zutun hat *ggg*

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