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Uruguay: Gen-Mais in herkömmlichen Saatgut entdeckt

Datum: 09. November 2013
Uhrzeit: 20:39 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare

In Uruguay ist mit genmanipulierten Samen verunreinigtes Saatgut entdeckt worden. Dies zeigten von der “Universidad de la República” in Montevideo durchgeführte Untersuchungen an Proben von traditionellem Crioulo-Mais. Mit „Crioulo“ werden alte Maissorten bezeichnet, die seit Jahrhunderten von den Indios und Kleinbauern sowie in jüngster Zeit von Biobauern verwendet werden. Crioulo-Mais gilt in der Regel als transgenfrei. Vermutet wird, dass das genmanipulierte Saatgut als herkömmlicher Samen verkauft wurde. Nicht auszuschließen ist aber auch die Möglichkeit einer Auskreuzung über den Pollen von transgenem Mais, der in der Nähe eines Feldes mit herkömmlichen Mais oder Crioulo-Mais angebaut wurde.

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Entdeckt wurde der genmanipulierte Mais eher zufällig. Für ein Projekt, bei dem nicht-genmanipulierter Mais angebaut werden sollten, kauften Mitglieder der Cooperativa Graneco von acht verschiedenen Anbietern entsprechende Samen. Um sicher zu gehen, ließen sie das Saatgut allerdings zuvor an der Universität in Montevideo untersuchen. Und staunten nicht schlecht, als sie das Ergebnis sahen. Bei drei der acht Proben wurde genmanipulierter Mais nachgewiesen.

Jetzt wird untersucht, ob es sich nur um eine Verunreinigung des Saatgutes handelt oder ob sich der genmanipulierte Mais tatsächlich ausgekreuzt hat. Beides kann besonders für Kleinbauern schwerwiegende Folgen haben. Wer genmanipuliertes Saatgut verwendet, darf dieses nicht vermehren und muss darüber hinaus an die Herstellerfirmen sogenannte Royalties bezahlen. Zur Folge hat dies eine gewisse Abhängigkeit von den in der Mehrzahl internationalen Firmen, die das transgene Saatgut herstellen. Herkömmlicher Samen kann indes von den Landwirten unbeschränkt zur Eigennutzung nachgezüchtet werden.

Vertreter von verschiedenen Organisationen und Landwirte fordern nun von Uruguays Regierung sofortige Gegenmaßnahmen, um eine Wahlfreiheit und Unabhängigkeit von den internationalen Konzernen sowie den transgenen Kulturen zu garantieren. Zudem wollen sie die Diversität von landwirtschaftlich genutztem Saatgut aufrecht erhalten.

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