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Sektenchef Paul Schäfer in Chile an Herzleiden gestorben

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Datum: 24. April 2010
Uhrzeit: 15:50 Uhr
Ressorts: Südamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der in Chile wegen multiplem sexuellen Missbrauches von Kindern und Quälerei verurteilte Gründer der „Colonia Dignidad“, Paul Schäfer, ist tot. Wie die zuständige Justizbehörde mitteilte, starb Schäfer am Samstag (24.) in einem Gefängniskrankenhaus im Alter von 88 Jahren. Er wurde dort aufgrund eines Herzleidens bereits seit Mitte letzten Jahres behandelt.

Schäfer, der seit Ende der 50er Jahre die sektenähnliche Gemeinde „Colonia Dignidad“ rund 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile aufbaute und hermetisch von der Aussenwelt abriegelte, verbüsste seit 2006 eine Haftstrafe wegen sexuellem Missbrauchs von Kindern in 25 Fällen. Er musste 1997 in Abwesenheit verurteilt worden, da er sich zuvor ins Ausland abgesetzt hatte. 2005 konnte er jedoch nach intensiver Suche in Argentinien gestellt werden. Zuletzt wurde er im Mai 2009 wegen Körperverletzung in acht Fällen zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt. Im Krankenhaus seiner Siedlung waren in den 70er Jahren Kinder mit Psychopharmaka gequält und traumatisiert wurden.

In den 70er und 80er Jahren soll sich Schäfer nach Ermittlungen einer Sonderkommission auf seinem Gelände in Chile als „Herr über Leben und Tod“ aufgespielt und dabei unter anderem massiv in die Lebensbereiche der bis zu rund 300 Kolonisten eingemischt haben. Kindern war es beispielsweise untersagt, bei ihren Eltern zu leben. In dieser Zeit soll der Pädophile massiv die wehrlosen Kinder sexuell missbraucht haben.

Auch wird Schäfer angelastet, mit dem Regime von Diktator Augusto Pinochet zusammen gearbeitet zu haben. Sein weiträumiges Anwesen sei „ein Staat im Staat“ gewesen, so das Ergebnis der Nachforschung des chilenischen Nationalkongresses. Er habe dabei auch zugelassen, dass politische Gefangene auf dem Areal zu Tode gefoltert wurden.

Foto: Divulgação / ANCL

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