Nachrichten-Icon

UN-Sicherheitsrat: Brasilien erhebt schwere Vorwürfe gegen Honduras

Brasilien hat vor dem UN-Sicherheitsrat schwere Vorwürfe gegenüber Honduras erhoben. Der brasilianische Aussenminister Celso Amorim bezeichnete die Belagerung der Botschaft in Tegucigalpa als einen Verstoss gegen die Wiener Konventionen. Der Sicherheitsrat verurteilte daraufhin in einer Resolution das Vorgehen der Putschregierung als “Akt der Einschüchterung”.

  Diesen Eintrag per Email einem Freund empfehlen   Druckversion des Artikels   Share on Facebook  Artikel twittern 
Veröffentlicht: 25. September 2009 um 20:17h | Aktualisiert: 25. September 2009 um 21:23h
Abgelegt unter: Südamerika

amorim-un2009Die brasilianische Regierung hat vor dem UN-Sicherheitsrat schwere Vorwürfe gegen die Putschregierung in Honduras erhoben. Aussenminister Celso Amorim bezeichnete die Einkesselung und Belagerung der Botschaft in Tegucigalpa als “Akt der Einschüchterung”. Spezialeinheiten von Polizei und Militär hätten die diplomatische Vertretung von der Aussenwelt abgeschnitten. Strom, Wasser und Telefon seien gesperrt worden, sogar der Funkempfang von Mobiltelefonen wurde seiner Aussage nach blockiert. Zudem sei eine Beschallungsanlage vor Botschaft installiert und die Versorgung mit Lebensmitteln faktisch unterbrochen worden.

“Diese Massnahmen, die von den Verantwortlichen veranlasst wurden, verstossen eindeutig gegen die Wiener Konventionen für diplomatische Beziehungen” beklagte Amorim das Vorgehen der derzeitigen Machthaber. Selbst die botschaftseigenen Fahrzeuge dürften nicht bewegt werden.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte in einer abschliessenden Resolution dann das Vorgehen der Putschisten ganz im Sinne Brasiliens als “Akt der Einschüchterung”. Die UN-Botschafterin der USA, Susan Rice, forderte als derzeitige Präsidentin des Gremiums die de-facto-Regierung in Tegucigalpa auf, die Einmischungen sofort zu beenden und die Versorgung mit Strom, Wasser und Lebensmitteln wieder herzustellen sowie die Kommunikation zu ermöglichen.

Die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates war auf Initiative Brasiliens einberufen worden. Seit Montag befindet sich der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya in den Räumlichkeiten der brasilianischen Botschaft. Brasilien hat inzwischen mehrfach betont, von den Rückkehrplänen nichts gewusst zu haben und selbst davon überrascht gewesen zu sein. Zutritt habe man Zelaya jedoch sofort gewährt, da er für die brasilianische Regierung der legitimierte Präsident Honduras sei.

Manuel Zelaya wurde am 28. Juni von einem honduranischen Gericht seines Amtes enthoben und vom Militär in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Costa Rica abgeschoben. Am vergangenen Montag kehrte er heimlich in sein Heimatland zurück und suchte Schutz in der brasilianischen Botschaft. Interimspräsident Roberto Micheletti forderte darauf die Auslieferung Zelayas und beschuldigte Brasilien der Einmischung in interne Angelegenheiten. Die brasilianische Botschaft verwandele sich in “eine Ansammlung bewaffneter Personen, die den Frieden und die öffentliche Ordnung in Honduras gefährde”.

Foto: UN Photo/Erin Siegal

Die vollständige Abbildung dieses Artikels auf fremden Webseiten ist untersagt. Bitte Urheberrecht beachten!

Weitere Artikel zum Thema:

0 Kommentare + 1 Trackbacks / Pingbacks

Trackbacks / Pingbacks

Jetzt Kommentar abgeben!

Als Benutzer kommentieren? Dann nachfolgend anmelden oder » hier registrieren «