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Zé Roberto sagt Copa für 2-Jahresvertrag bei Bayern ab

Datum: 09. Juni 2007
Uhrzeit: 03:55 Uhr
Ressorts: Sport
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Dietmar Lang
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Liebe Leser, verstehen Sie dies bitte nicht als News. Sehen Sie es als Kommentar.

Ich gebe zu. Es ist spät am Abend und ich bin auch durch eine angeregte Diskussion etwas erhitzt. Doch was ich vor wenigen Stunden in der brasilianischen Presse lesen musste, hat mich doch ein wenig verärgert. Aber lassen Sie mich die Geschichte aus meiner Sicht erzählen und sie werden nachvollziehen können, warum es mit der Moral nicht weit her ist. Und somit auch nicht mit dem Spiel unserer geliebten Seleção.

Vor zwei Tagen fand ich im Internet einen Artikel*, den ich fast hier veröffentlicht hätte. Uli Hoeness bot Zé Roberto einen Zweijahresvertrag an, allerdings unter der Bedingung, dass er der brasilianischen Nationalmannschaft den Rücken kehrt. Ich wollte noch über die bösen Bayern schreiben, die einen „armen Spieler“ so unter Druck setzen. Begründung war seinerzeit, dass dem 32-jährigen Zé nicht mehr zugemutet werden könne, fünfmal im Jahr nach Brasilien zu fliegen, um an Trainingslagern der Seleção teilzunehmen und eventuell sogar noch bei Länderspielen eingesetzt zu werden.

Am Mittwoch, also eigentlich am selben Tag, gab der brasilianische Teamchef Dunga das Aufgebot für die Copa America bekannt. Zé Roberto stand mit auf der Liste, ein Mittelfeldspieler der Weltklasse, auf den man ungern verzichten will.

Heute – sprich vor wenigen Stunden – musste ich nun eine beschämende Pressemitteilung lesen, die vor Lüge und Hohn nur so strozt und zeigt, dass gerade dieser Spieler – bei allem Respekt – anscheindend keine Eier in der Hose hat. Aber vielleicht ist das bezeichnend für die brasilianische Nationalmannschaft. Kaká und Ronaldinho haben schon aus Gründen der „Erholung“ abgesagt, und nun will ein Zé Roberto ganz generös und offiziell „jüngeren Spielern eine Chance geben“.

Als ob es nicht in Wahrheit ums Geld geht. Von heute auf morgen stösst der Abwehrspieler erst seinem jetzigen Verein Santos und im gleichen Atemzug dem Trainer der Seleção, Dunga, vor den Kopf. „Ich möchte klarstellen, dass ich bislang keine Vereinbarung mit irgendeinem Klub getroffen habe. Ich habe mein momentanes Leben analysiert und beschlossen, Santos zu verlassen. Diese Entscheidung habe ich mit meiner Familie getroffen. Es war eine der Schwierigsten meines Lebens.“ so die erste Aussage von Zé Roberto.

Mir kommen die Tränen. Und in Hinblick auf die anstehende Copa America erklärt er bezüglich der Seleção: „Ich möchte den jüngeren Spielern die Chance geben. Ich habe nicht den Kopf frei ohne für einen Klub unterschrieben zu haben, ein solch wichtiges Turnier zu spielen.“

Damit ist klar: Nach Ronaldinho und Kaká sagt Zé Roberto seine Teilnahme an der Copa America ab. Und er geht zu Bayern München, ob er es nun bestätigt oder nicht. Getreu dem Motto: „Zwei Jahre fettes Geld, was kümmert mich die Nationalmannschaft“.

Da bin ich eigentlich sprachlos. Nur ein Satz fällt mir dazu ein. Ein Satz, den die Fussball-Legende Zico die Tage hat fallenlassen. Angesprochen auf die Absage von Ronaldinho und Kaká erklärte er gegenüber den brasilianischen Medien: „Ich habe nie eine Auszeit von der brasilianischen Nationalmannschaft beantragt, denn bevor es für mich eine Arbeit war [dort zu spielen], war es eine Ehre!“

*[..] Es soll noch der Transfer des 32-jährigen Brasilianers Zé Roberto, der im Mittelfeld und auf der linken Außenbahn spielen könnte und der einen Zweijahresvertrag erhalten soll, vom FC Santos abgewickelt werden. Es seien „noch Kleinigkeiten zu klären, zum Beispiel sein Engagement in der Nationalmannschaft, das wir nicht gerne haben würden“, so Hoeneß. [..]
(Spiegel Online, 07.06.07)

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  1. 1
    Careca

    „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“
    Das ganze ist eine globale Verschwörung, um die Seleccao zu schwächen … oder so …