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Vielerorts Nervosität vor Beginn von Fußball-WM 2014 in Brasilien

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Datum: 10. Juni 2014
Uhrzeit: 07:44 Uhr
Ressorts: Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Gut 48 Stunden vor Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ist mittlerweile auch im Gastgeberland die Nervosität allgegenwärtig. In vielen Städten sind die Straßen bereits geschmückt, der Asphalt und Hauswände sind teilweise großflächig bemalt und öffentliche Gebäude oder Monumente erstrahlen nach Einbruch der Dunkelheit in den Landesfarben gelb und grün. Im Fernseher läuft kaum ein Programm, wo nicht zumindest der Mega-Event Erwähnung findet – und sei es nur in den Werbeblöcken, die sich nun ganz auf das wichtigste Fußballturnier der Welt eingeschossen haben.

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Immer mehr Nationalteams werden von den Menschen vor Ort im Land des fünffachen Weltmeisters begrüßt und die Profis aus Frankreich, England oder Deutschland zeigen sich von der brasilianischen Gastfreundschaft überrascht. Sie erhalten aber auch einen Eindruck, wie tief der Fußball und die Leidenschaft für die Seleção im Volk verankert ist. Nicht umsonst steht WM Favorit Brasilien ganz oben auf der Liste vieler Buchmacher. Ein ganzes Land rechnet fest mit dem sechsten Titel.

Doch was, wenn Brasilien schlecht spielt oder unglücklich ausscheidet. Dann dürfte das Land in kollektive Trauer verfallen. Die Demütigung im eigenen Land dürfte viele Menschen in Wut versetzen und die riesigen Probleme im größten Land Südamerikas wieder zum Vorschein kommen lassen. Die hohen Ausgaben für die Stadien, die fehlenden Investitionen in den Bereichen Bildung und Gesundheit sind bei vielen Menschen im Land in freudiger Erwartung auf 64 tolle Spiele in den Hintergrund gerückt. Doch eine Weltmeisterschaft ist nur interessant, wenn Brasilien noch mitspielt. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen dies überaus deutlich.

Soziologen rechnen daher mit massiven Sozialprotesten gegen die Regierung, nachdem die Menschen die nur kurz währende Schockstarre nach einem frühen Ausscheiden überwunden haben. Und die Verantwortlichen in Brasília wissen das. 150.000 Sicherheitskräfte wurden für die WM aufgeboten, 690 Millionen Euro muss der Steuerzahler dafür berappen. Im Moment wird selbst darüber nur gegrummelt, aber wehe dem, wenn Neymar & Co. mit Tränen in den Augen auf dem Rasen sitzen und die Jagd auf den sechsten WM-Titel ein jähes Ende gefunden hat.

Die Fußball-WM in Brasilien kann also ein rauschendes Fest werden – oder ein Debakel. Viel hängt davon ab, wie die Seleção spielt. Ihre Niederlage ist auch eine Niederlage für die Regierung und vermutlich der Beginn von Massenprotesten, wie sie das Land noch nie gesehen hat.

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