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Kritische Stimmen in Brasilien wegen geplantem Testspiel gegen Simbabwe

brasil-africa

Datum: 27. Mai 2010
Uhrzeit: 20:39 Uhr
Ressorts: Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Die brasilianische Fussball-Nationalmannschaft ist bereits in Südafrika eingetroffen und bereitet sich nun intensiv in Johannesburg auf die am 11. Juni beginnende Weltmeisterschaft vor. Am Ende stehen bei ersten Gruppenspiel am 15. Juni jedoch logischerweise nur 11 der 23 Spieler auf dem Platz, Carlos Dunga muss somit wie alle anderen Trainer auch ein Auswahl treffen. Um sich dies zu erleichtern und die Spieler nicht nur bei Konditionstraining und Ballübungen beobachten zu müssen, wurden nun kurzfristig noch zwei Testspiele anberaumt. Am 02. Juni trifft die Seleção auf Simbabwe, fünf Tage später heisst der Gegner Tansania.

Dunga hatte sich im Vorfeld stärkere Gegner gewünscht und bestätigte dies auch auf seiner ersten Pressekonferenz im Hotel Fairway in Johannesburg. „Wir hätten gerne gegen andere Mannschaften gespielt, aber nicht alle auf der Welt wollen gegen Brasilien spielen. Aber die beiden [Simbabwe und Tansania] sind charakteristische afrikanische Teams und es ist wichtig zu spielen, um Spielpraxis zu gewinnen. Wir müssen das automatisierte Stellungsspiel, den offensiven und defensiven Ballbesitz und andere Dinge verbessern“ so der Weltmeister von 1994.

Die Partie im nördlichen Nachbarstaat von Südafrika könnte jedoch zu einem Eigentor werden, allen voran für den brasilianischen Fussballverband. Nach letzten Informationen soll der CBF für die beiden Testspiele rund 5 Millionen Euro kassieren und dies nicht nur von fussballerisch sondern auch wirtschaftlich extrem schwachen Ländern. Sorgen bereiten einigen Sportkommentatoren in Brasilien auch die politischen Auswirkungen der Begegnung gegen Simbabwe. Der dortige diktatorisch regierende Machthaber Robert Mugabe hat das Land in grenzenloses Elend geführt, die Wirtschaft der einstigen Kornkammer Afrikas liegt am Boden. Die Lebenserwartung der Bevölkerung ist auf unter 50 Jahre gesunken, Beschäftigung gibt es so gut wie keine, ein Viertel der Bevölkerung ist an Aids erkrankt.

Hier ein Freundschaftsspiel abzuhalten und vielleicht sogar noch neben dem Diktator für ein Foto zu posieren, dies stellt für die Kommentatoren quasi eine Duldung der politischen Verhältnisse dar. Denn die Seleção steht als so gewichtige Mannschaft in der Aussenwirkung für ganz Brasilien. Für ein Land, in der die unterschiedlichsten Rassen und Religionen vergleichsweise friedlich zusammenleben. Auch dafür stehe die brasilianischen Nationalmannschaft und Mugabe könnte das historisch einzigartige Ereignis in seinem Sinne politisch ausschlachten. In diesem Zusammenhang erinnert Gustavo Poli von globoesporte.com an das „Friedensspiel“ in Haiti 2004. Das ganze Land habe stillgestanden, als der fünffache Weltmeister anreiste. Das erzielte „Tor der Diplomatie“ sei historisch, der Sport am Ende in den Hintergrund gerückt, so Poli in seiner Kolumne. Und dies könnte sich am kommenden Mittwoch wiederholen, nur mit einem Unterschied: Mugabe verdiene das kanariengelbe Trikot auf gar keinen Fall.

Foto: CBF

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