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Nach Führungswechsel: Aktie von Banco do Brasil verliert fast 11 Prozent

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Datum: 10. April 2009
Uhrzeit: 16:57 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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250px-bancodobrasil2006Nach der Benennung von Aldemir Bendine als neuer Vorstandsvorsitzender der Banco do Brasil haben die Aktien des Geldinstituts fast 11 Prozent eingebüsst. Die Anleger befürchten nach ersten Erkenntnissen vor allem Wettbewerbsnachteile durch eine Verringerung des Zinsspread, welche mit dem Personalwechsel einhergehen soll. Der bisherige Amtsinhaber Antonio Francisco de Lima Neto hatte sich bislang geweigert, die Forderungen der Regierung bezüglich Zinssenkungen für Verbraucher- und Unternehmenskredite umzusetzen. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte sich daraufhin, so war aus Regierungskreisen zu vernehmen, über den Widerstand des Vorsitzenden brüskiert und ihm mit Entlassung gedroht. Lima Neto kam dem jedoch zuvor und hatte überraschend seinen Rücktritt eingereicht.

Von Aldemir Bendine wird nun erwartet, dass er die Forderungen aus der politischen Führungsebene schnellstmöglich umsetzt. Anleger sehen daher in der Personalentscheidung eine klare politische Einflussnahme, die mit den Gewinnzielen eines Kreditinstitutes nicht vereinbar sei. Die Bank werde wieder wie früher von der Politik geleitet und könne sich gar nicht mehr dem Wettbewerb stellen, kritisierten Wirtschaftsexperten das Vorgehen der Lula-Regierung. Damit sei fast der gleiche von der Politik abhängige Zustand wieder hergestellt wie 1995, als die Bank fast in Konkurs ging. Nur durch eine Finanzspritze von rund 3,8 Milliarden Euro konnte damals das Kreditinstitut saniert und auf den freien Wettbewerb vorbereitet werden. Der brasilianische Staat blieb jedoch grösster Anteilseigner und darf bis heute das Direktorium bestimmen.

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega, der den Wechsel an der Spitze in einer Pressekonferenz verkündete, dementierte jedoch sofort, dass die Politik den Prozess forciert habe. „Man kann nicht von Einmischung sprechen“ so Mantega. „Wenn der Präsident der BB seinen Rücktritt erklärt, dann muss man ihn ersetzen. In diesem Rahmen von politischer Einflussnahme und Parteilichkeit zu sprechen, ist Unsinn“ erklärte der Minister wenig überzeugend. Neto übernahm den wichtigsten Posten in Brasiliens grössten Geldinstitut erst Ende 2006. Die Anleger reagierten verschnupft auf die Entscheidung, mit der Folge, dass die Aktien innerhalb von zwei Börsentagen (Mittwoch und Donnerstag) um ganze 10,75 Prozent an Wert verloren.

Die Banco do Brasil S.A. ist die größte und älteste Bank Brasiliens. Sie hat ihren Hauptsitz in Brasília. Nach eigenen Angaben verfügt sie über mehr als 4.000 Zweigstellen in Brasilien und ist zudem in 26 Ländern aktiv. Die Anzahl der Beschäftigten wird auf 82.500 beziffert. Bis 1986 nahm sie vor deren Gründung die Aufgaben der Zentralbank wahr. Im vergangenen Jahr erzielte die Aktiengesellschaft mit etwa 3 Milliarden Euro den höchsten Gewinn in Brasilien.

Foto: Wikipedia

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