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Brasiliens Präsident Lula: Abtreibung bei neunjährigem Mädchen war korrekt

Datum: 06. März 2009
Uhrzeit: 14:41 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Im Fall des neun Jahre alten Mädchens aus Brasilien, welches nach wiederholtem sexuellen Missbrauch durch den Stiefvater im 4. Monat mit Zwillingen schwanger war, hat sich nun der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva zu Wort gemeldet. Das Staatsoberhaupt kritisierte indirekt die katholische Kirche, die vergeblich versucht hatte, die am Mittwoch erfolgreich durchgeführte Abtreibung zu verhindern. Der Erzbischof von Olinda und Recife hatte zunächst der Mutter mit rechtlichen Schritten gedroht und nach dem Eingriff selbige, den Arzt und das beteiligte medizinische Personal exkommuniziert (mehr…). Der Fall sorgt weiterhin weltweit für Schlagzeilen.

„Als Christ und Katholik bedauere ich zutiefst, dass ein Bischof der katholischen Kirche ein solches konservatives Verhalten zeigt. Es ist doch unmöglich, dass ein vom Stiefvater missbrauchtes Mädchen das Kind behält, wenn das Mädchen in Lebensgefahr schwebt. Ich denke, aus diesem Grund hat die Medizin korrekter gehandelt als die Kirche. Die Mediziner haben das getan, was getan werden musste: das Leben eines neunjährigen Mädchens retten“ erklärte Lula am heutigen Freitag im Rahmen einer Veranstaltung im Bundesstaat Espírito Santo.

Lula bestätigte zudem, dass das Kind weiterhin psychologisch betreut werde. Die Arbeit der Psychologen bestünde nun darin, den Kopf des Mädchen wieder in Ordnung zu bringen, damit sie diese Geschehnisse nicht Jahrzehnte mit sich herumtragen muss und schnellstens zur Normalität zurückfindet, so das Staatsoberhaupt.

Bereits zuvor hatte er auf die Wertevermittlung im Elternhaus hingewiesen, seiner Meinung nach wichtigster Ort für eine verantwortungsvolle Erziehung: „Sie haben es diese Woche in Recife gesehen. Ein Stiefvater hat ein neunjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Wir wissen, dass es passiert und dass es ein Prozess der Verschlechterung der Gesellschaftsstruktur darstellt. Wenn Vater und Mutter nicht gut sind, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Kinder ebenfalls nicht gut sind. Darum müssen Vater und Mutter immer vorbildhaft im Verhalten sein“ erläuterte Lula.

Das schockierende Sexualverbrechen (mehr…) ereignete sich im Hinterland von Pernambuco in der kleinen Gemeinde Alagoinha. Dort verging sich der 23-jährige Stiefvater seit gut drei Jahren regelmässig an dem Mädchen. Je Missbrauch soll er dem Kind etwa 35 Eurocent gegeben haben. Auch die mittlerweile 14-jährige körperbehinderte Schwester soll über Jahre Opfer zahlloser Vergewaltigungen geworden sein. Der Mann wurde bei einem Fluchtversuch festgenommen und sitzt in Einzelhaft. Ihm drohen bis zu 15 Jahren Haft.

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