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Lula kritisiert fehlende Möglichkeiten für Schwarze im Berufsleben

Datum: 14. März 2008
Uhrzeit: 12:50 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Für Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva gibt es trotz aller Bemühungen der letzten Jahr noch immer zu wenig Platz für „Schwarze“ in den Medien und Firmen des Landes. Dies erklärte das Staatsoberhaupt im Rahmen der Graduierung von 126 Studenten im Fachbereich Administration der Universität Zumbi dos Palmares in São Paulo. Die Hochschule wird vornehmlich von dunkelhäutigen Studenten besucht, welche, wie Lula hervorhob, oftmals danach in Banken arbeiten würden.

„Es ist ein Fakt, dass ein grosser Teil von Ihnen in Banken arbeitet und die Menschen glauben nun, dass Brasilien beginnt sich zu verändern. Und die Menschen müssen die nun annehmen, weil viele nie einen Schwarzen in einen Bank gesehen haben. Die Menschen haben keinen schwarzen Zahnarzt gesehen, die Menschen haben keinen schwarzen Arzt gesehen. Wieviele Schwarze sind Anwälte? Ich möchte an meine Anstrengungen erinnern, einen Schwarzen für den obersten Gerichtshof zu benennen“ so Lula während der Zeremonie in seiner Rede.

In 2003 berief Lula den dunkelhäutigen Joaquim Barbosa als Minister in den obersten brasilianischen Gerichtshof, was damals mit viel Widerstand verbunden war.

Staatspräsident Lula bei der Zeremonie in Gespräch mit einem Studenten im Fachbereich Administration (Foto: globo.com)Lula kritisierte aber auch die Tatsache, dass Schwarze in den Kommunikationsmedien als negativ angesehen werden. Er warte darauf, dass die Presse von dieser Veranstaltung berichtet und die Kompetenz dieser jungen Menschen anerkenne. Oftmals habe man keine Möglichkeit seine Zukunft selbst zu bestimmen, und dies nur, weil einige Leute es nicht zulassen. „Wenn man Schwarze im Fernsehen zeigt, dann meist nur, wenn sie von der Polizei verhaftet werden“ so der Präsident.

Lula erzählte auch die Geschichte von zwei Studentinnen, arm und schwarz, welche nach grossen Schwierigkeiten den Abschluss in Administration schafften und danach Anstellungen in Banken bekamen. Eine davon war eine ehemalige Obstverkäuferin, die sich zwischenzeitlich sogar ein neues Auto kaufen konnte und nun weiterstudieren will. „Sie ist heute eine erfolgreiche un unabhängige Frau, welche niemals akzeptieren wird, wenn man sie ‚moreninha‘ an ihrem Arbeitsplatz rufen würde“ so Lula in seinem Exkurs.

Die andere Studentin habe nach Beginn des Studiums endlich einen Arbeitsplatz gefunden und geheiratet. Deren Mutter hat laut Lula immer an ihre Tochter geglaubt. „Wir werden Steinsuppe essen, aber du wirst dein Studium beenden“ zitierte das brasilianische Staatsoberhaupt die Mutter.

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