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Erneut 115 Sklavenarbeiter in Brasilien befreit

Datum: 18. April 2007
Uhrzeit: 15:53 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Das brasilianische Arbeitsministerium hat in Zusammenarbeit mit lokalen Polizeibehörden erneut in zwei Bundesstaaten Arbeiter befreit, die unter sklavenähnlichen Bedingungen beschäftigt waren. Dies gab das Ministerium heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Im ersten Fall wurden 68 Arbeiter bei einer Wasserkraftwerk in Itarumã im Bundesstaat Goias befreit. Nach Behördenangaben war die Unterbringung der Männer katastrophal. In nur mit alten Matratzen ausgelegten Bretterhütten mussten sie schlafen, die „Bäder“ hatten kein Dach, es gab kein warmes Wasser zum duschen. Auch Zugang zu Trinkwasser wurde ihnen verwehrt. Lediglich verschmutztes Brunnenwasser stand ihnen zur Verfügung. Angeworben wurden die Männer in Maranhão, am Standort in Goias sollten sie die Zuckerrohrernte verrichten.

Die Arbeiter wurden heute in mehreren Bussen in ihre Heimatdörfer zurückgebracht. Die Untersuchungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, die Höhe der Entschädigungszahlungen wurden noch nicht festgelegt.

Im Mato Grosso wurden zeitgleich die Fazendas von Gilson Mueller Berneck, einem Gutsbesitzer mit mehreren Grundstücken, durchsucht. Hierbei befreite die Einsatzgruppe 47 Arbeiter, die „unter gleichen Bedingungen wie Sklaven“ lebten. Zusammen mit einem Vorarbeiter plante Mueller Berneck die Tat. Die Frau des Vorarbeiters verkaufte* den Arbeitern Essen und Getränke, während der Vorarbeiter mit zwei weiteren Personen die Arbeiter „bewachte“.

Mueller Berneck muss an die Arbeiter eine Entschädigung von 264.182,00 Real (ca. 98.000 Euro) zahlen.

* In der Regel erhalten die Arbeiter kaum Lohn. Von ihrem offiziellen Lohn werden Kosten für Unterkunft, Essen, Getränke, Kleidung sowie die Kosten für die Anreise abgezogen. Meist sind diese extrem überteuert kalkuliert. Doch aufgrund grosser Entfernungen gibt es keinerlei Alternativen für die Männer. Zudem gibt es für die Arbeiter auch kaum Möglichkeiten die Heimreise anzutreten, da sie nie über entsprechendes Bargeld verfügen.

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