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Millionengrab: S-Bahn für Fußball-WM wartet weiterhin auf Fertigstellung

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Ein 300 Millionen Euro teures Straßenbahn-Projekt wartet in Cuiaba weiterhin auf die Fertigstellung (Foto: Rede Globo)
Datum: 04. Oktober 2015
Uhrzeit: 12:17 Uhr
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Im brasilianischen Cuiabá sorgt das Erbe der Fußball-Weltmeisterschaft für Kopfschmerzen. Eine der Negativ-Hinterlassenschaften ist eine 22 Kilometer lange S-Bahn, deren spärliche Anlagen seit beinahe einem Jahr unter Unkraut und Müll versinken. Obwohl das Projekt bereits mehre Millionen Euro verschlungen hat und die WM längst vorbei ist, sind von den geplanten Trassen nur wenige Prozent gebaut worden.

Nach den Plänen hätte die VLT-Bahn (Veículo leve sobre trilhos) eine wichtige Investition für die Infrastruktur Cuiabás sein sollen. 22 Kilometer und mehrere Haltestellen waren zwischen Cuiabá und Varzeá Grande geplant. Fertiggestellt wurden bisher nur 15 Prozent. Bereits beglichen wurden indes 1,1 Milliarden Reais (umgerechnet derzeit etwa 250 Millionen Euro) der insgesamt veranschlagten knapp 1,5 Milliarden Reais (etwa 340 Millionen Euro). Dass der Bau gestoppt wurde, wird von den ausführenden Firmen mit ausstehenden Zahlungen begründet.

Während die Bürger auf ihre innovative Straßenbahn warten, sind Teile der nur sieben Kilometer verlegten Schienen bereits am Verrosten. Vergeblich auf ihren Einsatz warten ebenso die bereits gelieferten Waggons.

Astronomisch erhöht haben sich mittlerweile auch die Baukosten. Inzwischen wird von 2,2 Milliarden Reais (etwa 500 Millionen Euro) ausgegangen. Von einem Bauende ist allerdings nichts in Sicht. Stattdessen beschäftigt sich eine Untersuchungskommission im Regionalparlament des Bundesstaates Mato Grosso mit der Frage, ob es zu eventuellen Unregelmäßigkeiten, Absprachen, überhöhten Preisen und Abzweigung von Geldern gekommen ist.

Ob die Schnellbahn jemals zum Einsatz kommen wird, ist derzeit fraglich. Mittlerweile regt sich aus den Reihen der Politiker Widerstand, die auf leere Staatskassen verweisen und darauf, dass das Geld besser im Gesundheitsbereich investiert sei. Das Nachsehen haben die Bewohner Cuiabás, die nach wie vor wegen den stehenden Bauarbeiten Umwege und Absperrungen in Kauf nehmen müssen. Wie es heißt, sollen zudem bereits 40 Prozent der Geschäfte und Unternehmen entlang der vorgesehenen Strecke geschlossen haben, weil die Bauarbeiten zu einem Ausbleiben der Kunden geführt haben.

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