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Brasilianer wollen Veralterung der Gesellschaft mit Einwanderern abfangen

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Auch in Brasilien schreitet die Überalterung der Gesellschaft voran (Foto: Dietmar Lang / IAP Photo)
Datum: 12. Juni 2015
Uhrzeit: 09:19 Uhr
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Nach den neuesten Statistiken wird die Bevölkerungszahl Brasiliens spätestens in 30 Jahren zu schrumpfen beginnen. Schon jetzt beträgt in dem südamerikanischen Land die Geburtenrate je Frau nur noch 1,8 und ist damit ähnlich der Frankreichs. Um das Überaltern der Gesellschaft aufzufangen, wird unter Experten und Demographen die Rolle von Einwanderern diskutiert.

Noch wächst die Bevölkerungszahl Brasiliens. Nach Schätzungen des statistischen Amtes IBGE wird dieser Trend allerdings nur bis 2035 oder 2040 anhalten. Es wird damit gerechnet, dass die Einwohnerzahl von derzeit etwa 204 Millionen Menschen auf 230 Millionen anwachsen und dann ins Stocken geraten wird. Behalten die Statistiker recht, wird ab 2045 ähnlich wie in europäischen Ländern die Bevölkerungszahl rückgängig sein.

Befürchtet wird, dass der Mangel an jungen und die steigende Zahl alter Menschen unter anderem zu einem Fehlen von Arbeitskräften führen wird. Experten der Universität Brasília sehen deshalb in der Immigrationspolitik ein wichtiges Instrument, um dieses Problem abzufedern.

Schon in den vergangenen zwei Jahren sind vermehrt Menschen aus Haiti und auch einigen afrikanischen Ländern nach Brasilien gekommen, um dort eine neue Lebenschance zu finden. Die Zahlen der Einwanderer oder um Asyl ansuchenden liegen allerdings weit unter denen Europas, auch wenn in den ersten vier Monaten dieses Jahres über 7.000 Haitianer registriert wurden.

Während Demographen und Experten in den Immigranten einen positiven Beitrag zur Gesellschaft sehen, steht die Bevölkerung dem gespalten gegenüber. Kritik gibt es auch aus dem brasilianischen Bundesstaat Acre, über den die meisten Haitianer ins Land kommen. Erst unlängst hat Acres Gouverneur eine Beteiligung anderer Bundesstaaten beim Auffang der Flüchtlinge sowie eine stärkere Unterstützung vom Bund gefordert, während andere Bundesstaaten sich offen gegen eine Aufnahme von Einwanderern aus Haiti ausgesprochen haben.

Auf Regierungsebene wird indes versucht, gegen die illegale Einwanderung anzukämpfen. Laut Justizminister José Eduardo Cardozo soll es dabei vor allem darum gehen, den kriminellen Schleusern den Hahn abzudrehen. Er spricht davon, die legale Immigration zu stimulieren. Im Senat wird derzeit zudem eine Änderung des aus der Militärdiktatur stammenden Einwanderungsgesetzes diskutiert, mit der die Einwanderung legalisiert und die Fremdenfeindlichkeit geächtet werden soll.

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