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Brasilianisches Statistikamt räumt Fehler bei Haushalts-Studie ein

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Brasiliens Statistikamt IBGE muss Fehler bei der Auswertung der Haushaltsstudie PNAD einräumen (Foto: IBGE)
Datum: 24. September 2014
Uhrzeit: 14:54 Uhr
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Gravierende Fehler des brasilianischen Amtes für Geografie und Statistik (IBGE) bei einer Studie zur Lebenssituation sorgt momentan für Aufregung. Nach der Haushaltsstudie PNAD soll sich die Schere zwischen Reich und Arm nun verringert haben. Noch am vergangenen Donnerstag war nach dem ursprünglichen veröffentlichten Zahlen genau das Gegenteil der Fall. Nun soll eine Kommission ermitteln, wie und warum es zu dem Fehler kommen konnte und wer dafür verantwortlich ist.

Korrigiert wurde ausgerechnet der Gini-Index der Arbeitnehmer, der Auskunft über die Verteilung der Einkommen gibt. Nach der Erstveröffentlichung sollte sich dieser von 0,496 auf 0,498 erhöht haben, was eine größere Kluft zwischen den Besserverdienenden und den schwächeren Schichten bedeutet hätte. Nach den Korrekturen ist er nun jedoch auf 0,495 gesunken. Auch der Gini-Index, der sämtliche Einkommen bewertet, ist nach den neuesten Resultaten von 0,504 auf 0,501 gesunken und nicht auf 0,505 gestiegen.

Dass es einen Druck von politischer Seite zur Anpassung der Resultate gegeben haben könnte, wird von den IBGE-Direktoren vehement dementiert. Da allerdings bereits in wenigen Wochen die Präsidentschaftswahlen stattfinden, dürften die Daten, mit denen die angespannte Wirtschaftssituation des Landes bestätigt werden, vor allem von der derzeitigen Regierung nicht gerne gesehen werden. Vor einigen Monaten hatten zudem auch zwei regierungsnahe Senatoren zu verhindern versucht, dass das IBGE die regelmäßig fälligen Studien veröffentlicht. Ein Druck auf das Statistikamt wurde von öffentlicher Seite zwar negiert, dennoch hatte das Institut im April jedoch angekündigt, die „kontinuierliche PNAD-Studie 2014“ sowie die monatlichen Studien zum Arbeitsmarkt bis Januar 2015 einfach auszusetzen. Die Folge davon waren Rücktritte von führenden Forschungsmitgliedern sowie ein mehrmonatigen Streik der IBGE-Mitarbeiter.

Der Fehler habe mit diesen Vorkommnissen allerdings nichts zu tun, so die Statistiker auf einer Pressekonferenz. Vielmehr seien bei der Analyse fälschlicherweise die Daten mehrerer Großraumregionen in die Berechnung mit eingeflossen anstatt lediglich die Region der Hauptstädte der Bundesstaaten.

Indes nutzen die Präsidentschaftskandidaten den Fehler des IBGE in ihrem Wahlkampf um massive Kritik an Präsidentin Dilma Rousseff zu üben. Diese bezeichnet den Fehler als „banal“ und sieht sich nach der Korrektur in ihrer Politik bestätigt.

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