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Drogenbosse aus Rio nach Catanduvas verlegt

Datum: 06. Januar 2007
Uhrzeit: 23:31 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Der neue Gouverneur von Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, hat als eine seiner ersten Amtshandlungen 12 Häftlinge aus den Gefängnissen Bangu 1 und Bangu 3 im Grossraum Rio de Janeiro in ein Hochsicherheitsgefängnis in der paranaensichen Provinz verlegen lassen. Es handelt sich dabei ausschliesslich um Anführer verschiedener Drogenkartelle in Rio de Janeiro. Sie sollen unter anderem die Anschläge der letzten Woche in der Metropole genehmigt haben.

Das Hochsicherheitsgefängnis mit gleichen Namen liegt etwa ausserhalb des kleinen Städtchens Catanduvas im Westen Paranás, etwa 50 Kilometer südöstlich von Cascavel und wurde einfach auf die „grüne Wiese“ gebaut. (Meine neue Heimat Toledo liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich von Cascavel). Das Munizip Catanduvas wurde 1963 gegründet, hat etwa 11.000 Einwohner und liegt mitten in der paranaensischen Hochebene auf 762 Metern.


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In den vergangenen Jahren hatte die Bundesregierung in Brasília beschlossen, spezielle Gefängnisse abgelegen von den Metropolen zu errichten, um dort extreme Schwerverbrecher und Anführer von kriminellen Vereinigungen in Isolationshaft unterzubringen. Dadurch soll die Kommunikation innerhalb der Organisationen ausgehebelt werden.

Das Gefängnis von Catanduvas – 2006 erfolgte die Einweihung – ist nur eine von mehreren Hochsicherheitsstrafanstalten, die nicht von dem entsprechenden Bundesstaat, sondern von der Regierung unterhalten werden. Weitere sind landesweit geplant und teilweise bereits im Bau. Mit den 12 Neuzugängen hat „Cantaduvas“ nun 126 Häftlinge in seinen Einzelzellen. 208 Zellen gibt es insgesamt.

Die Verlegung der Schwerverbrecher fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Zuerst wurden die Häftlinge mit Hubschraubern in ihrem alten „Zuhause“ abgeholt und an den Flughafen Galeão von Rio de Janeiro gebracht. Danach ging es mit einer Militärmaschine unter dem Schutz der Streitkräfte zum Flugplatz nach Cascavel in Paraná. Von dort wurden die letzten 50 Kilometer unter strengster Bewachung von Bundespolizei, Militärpolizei und Verkehrpolizei zurückgelegt.

Sérgio Cabral will, so scheint es derzeit, nun mit eisener Faust gehen die Bandenkriege und gegen die Drogenmafia vorgehen. „Wir werden sie aus ihren Löchern treiben“ erklärte er gegenüber den brasilianischen Medien. Bereits am kommenden Dienstag werden schwer bewaffnete Spezialeinheiten in Rio de Janeiro erwartet, um die Sicherheit wiederherzustellen und weitere Anschläge zu verhindern. Geplant ist, die Truppen bis nach den panamerikanischen Spielen im Juli diesen Jahres in der Millionenstadt unter dem Zuckerhut stationiert zu lassen.

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