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Lula im ersten Wahlgang gescheitert

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Datum: 01. Oktober 2006
Uhrzeit: 23:04 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Brasiliens Staatspräsident Inácio Lula da Silva konnte sein selbsternanntes Ziel bei den Wahlen am gestrigen Sonntag (01.10.06) nicht erfüllen. Der Ex-Gewerkschafter scheiterte knapp an der absoluten Mehrheit und muss sich nun seinem Herausforderer Geraldo Alckmin (PSDB) am 29. Oktober in einer Stichwahl stellen.

Eigentlich hatte Lula, der ehemalige Schutzputzer aus dem Nordosten noch vor wenigen Tagen den Sieg sicher. Doch ein von ihm abgesagtes TV-Duell mit den Spitzenkandidaten der anderen Parteien hat ihn einiges, und sei es nur 1 Prozent, an Wählergunst gekostet. Und dies rächte sich gestern im Abstimmungsergebnis.

Lula scheiterte nämlich im Grunde an einer Frau. An Heloísa Helena, Kandidatin der sozialistischen PSOL. Denn die Aktivistin, heute Senatorin im Brasília, war da Silvas Mitstreiterin, verhalf im 2003 zum Sieg. Doch dann wurde sie wegen unterschiedlichen politischen Meinungen aus der Partei geworfen. Mit ihrer Kandidatur um Präsidentenamt schaffte sie es dort auf Anhieb auf Platz 3 und nahm Lula, der mit seiner Wirtschaft- und Finanzpolitik immer mehr in die Mitte abtreibt, gestern knapp 7 Prozent der Stimmen weg. Und vor einer Konfrontation mit ihr, so Lulas Kritiker, habe der Präsident Angst gehabt und deshalb das angesprochene TV-Duell abgesagt. Heloísa Helena spielt zwar bei der Stichwahl, deren Prognose klar zu Gunsten des Amtsinhabers verläuft, keine Rolle mehr, aber einen Treffer konnte sie heute zumindest landen.

Und Herausforderer Geraldo Alckmin konnte mit einem blassen Programm keine grossen Punkte sammeln. Das Wahlprogramm des ehemaligen Gouverneurs von São Paulo war nur schwer dem einfachen Wähler zu vermittlen. Zu nah beieinander sind sich Lula und Alckmin bei den „einfachen Themen“ wie Bildung, Arbeit und Sozialprogrammen. Nur die Wege dorthin unterscheiden sich. Und sind in kurzen Werbespots nicht an den Mann zu bringen. Und da sowieso jeder Brasilianer inzwischen weiss, dass Politiker korrupt sind, helfen auch keine Antikorruptions-Slogans eines Konservativen wie Alckmin. Da wählt man doch lieber den jetzigen korrupten Präsidenten, eben den aus den eigenen Reihen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis des ersten Wahlganges um das Amt des Präsidenten im Detail:


(Quelle: terra.com.br)

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Kommentarbereich

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  1. 1
    rallep

    Na ich hoffe nur das er im naechsten Wahlgang noch mehr verliert und somit der Alptraum PT endlich ein Ende hat. Mit mir hoffen das wahrscheinlich die meisten Brasilianer aus dem Sueden, denn hier erlebte er sein groesstes Dessaster.

    nunca mais corru PT o

  2. 2
    Tim

    Hätte vor ein paar Jahren niemand gedacht, dass Lula mal so abstürzen würde. Nun gut, er hat halt auch viele Fehlentscheidungen getroffen.

  3. 3
    rallep

    Naja Fehlentscheidungen würde ich das nicht nennen, Wenn fast jede Woche ein anderer Mitarbeiter der Partei mit Schwarzgeld in Millionen Höhe erwischt wird . Früher nannte man das Unterschlagung, Veruntreuung, Corruption oder ganz einfach Betrug am Volk.
    Dazu passte gestern abend auch gut das Rededuell zwischen Alckmin und Lula.( TV Banderantes ) Hier trat er mit seinem Lieblingszitat an. ‚Ich wusste von nichts‘.
    Ein Präsident der selber zugibt nicht zu wissen was in seiner Regierung oder Partei vorgeht…naja… vai embora