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Brasilien: Deutliche Mehrheit gegen Aufteilung von Bundesstaat Pará

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Datum: 11. Dezember 2011
Uhrzeit: 20:40 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Dietmar Lang
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Bei der am Sonntag (11.) im brasilianischen Bundesstaat Pará durchgeführten Volksabstimmung hat sich eine deutliche Mehrheit gegen die Gründung der zwei geplanten neuen Bundesstaaten Tapajós und Carajás ausgesprochen. Nach Auszählung von rund 85 Prozent aller Stimmen lehnen knapp 67 Prozent die Teilung des Bundesstaates ab, nur 33 Prozent stimmten dafür. Insgesamt 4,8 Millionen Wahlpflichtige waren in 143 Munizipen aufgerufen, über die Zukunft des im Norden des Landes gelegenen Bundesstaates zu entscheiden.

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Bei einem Erfolg des Referendums hätte es zukünftig ein deutlich kleineres Pará mit lediglich 17 Prozent der ehemaligen Grundfläche gegeben, in dem 64 Prozent der jetzigen Gesamtbevölkerung gelebt hätte. Tapajós mit der geplanten Hauptstadt Santarém hätte bei einem Bevölkerungsanteil von 15,3 Prozent 59 Prozent der Fläche erhalten. Zudem wären 20,7 Prozent der jetzigen Bevölkerung Parás im neuen Bundesstaat Carajás auf 24 Prozent der ursprünglichen Fläche heimisch gewesen.

Befürworter der Teilung versprachen sich durch die gewünschte Teilung mehr Gewicht für die einzelnen Regionen im brasilianischen Parlament. “Durch die Gründung der beiden Bundesstaaten erhält Amazonien sechs Abgeordnete mehr. Dadurch können wir die Region im Kongress besser verteidigen” so der Abgeordnete Sinéso Campos von der Arbeiterpartei PT kurz vor Wahl. Die Anhänger des Referendums erhofften sich zudem mehr Beachtung für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der teilweise abgelegenen Gebiete inmitten des Regenwalds.

Für den brasilianischen Steuerzahler wäre eine Teilung jedoch teuer zu stehen gekommen, da die neuen Bundesstaaten massiv Beihilfen aus Brasília in Anspruch hätten nehmen müssen und keinesfalls ihren Haushalt selbst hätten bestreiten könnten. Die Aufteilung der derzeitigen Munizipe und die Einrichtungen der regionalen Regierungen in den neuen Provinzhauptstädten war daher mehr als umstritten. Gegner befürchteten zudem eine noch stärkere Abholzung im amazonischen Regenwald im heutigen Westen Parás, der bereits jetzt schon die größte Zerstörungsrate in ganz Brasilien aufweist.

In dem Referendum wurde über die Neugründung der beiden Bundesstaaten getrennt abgestimmt. Allerdings haben sich die Wähler an den elektronischen Wahlurnen faktisch durchweg einheitlich für „Ja“ oder „Nein“ entschieden. Stimmten bei 86,53 Prozent ausgezählter Stimmen im Fall der Abtrennung von Carajás 67,59 Prozent der Wähler mit Nein, so sind es bei Tapajós mit 67,03 Prozent nur geringfügig weniger.

Die Wahl lief Beobachtern zufolge äusserst ruhig und ohne größere Zwischenfälle ab. In schwer zugänglichen Gebieten im amazonischen Regenwald wurden die Wahlurnen teilweise mit Batterien betrieben, die Wahlergebnisse am Ende via Satellit zur Wahlbehörde übermittelt. 3.000 Soldaten waren im Einsatz, um vor allem in den größeren Städten wie Belém, Santarém und Marabá für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.

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